Hallo Schwelmi,
ich hab nicht viel Raum, zum experimentieren, jedenfalls nicht, was herkömmliche ERnährung angeht, da ich so vieles nicht vertrage.
Ich werde eigentlich nur von Fleisch richtig satt. Deshalb hab ich mir ja von dem J. Vogel das Buch gekauft; er ist nämlich auch der der Meinung, dass sich Noternährung (also nix Gebunkertes, nix Konserven und so weiter) vor allem im Winter schwerlich ohneEiweiss herstellen lässt. Von Fett war da, glaube ich, gar nicht die Rede. Merke: es geht ums Überleben, nicht darum, die Körperfülle zu erhalten
Deshalb ja auch diese 12 Pflanzengruppen, von denen beim Großteil die Wurzeln eben die stärkehaltigen Energieträger sind; von Grünzeug wird der Mensch nicht satt. Außerdem ist ab November nix mehr an Grünzeug zu finden, außer Brombeerblätter und schäbige Brennesseln, und falls es fröstelt oder gar Schnee liegt, darf man sogar darunter kratzen. Da kommt nicht genügend bei rum, das dürfte klar sein. Ob an Wurzeln so viel rumkommt, weiß ich nicht.
Vor kurzem war ich hier bei Köln mal unterwegs, bin mit dem Rad und Taschen durch Felder und Äcker gestreift, um zu schauen, was überhaupt noch so wächst, und es ist mir aufgefallen, dass ja kaum mehr was wächst, bis auf das, was die Bauern mit ihrer Giftspritzerei an den Feldrändern übrig lassen. Nicht mal eine Kamille findet man mehr. Bisschen Löwenzahn, Wegerich, Rainfarn, mehr nicht. Geschweige denn, die große Klette, die Nachtkerze, und all diese so wertvollen Pflanzen.
Also dies ist ein ziemlich schwieriges Thema. Man muss auch was finden. Nördlich Oerlinghausen, bei Detmold, habe ich dagegen noch riesige Vorkommen von Großer Klette und anderen Wildpflanzen entdeckt. Aber hier, in der Kölner Bucht, ist jedes Stück Land "verindustrialisiert", man würde nichts mehr finden, würde man was Essbares suchen. Hagebutten findet man noch, das ist aber alles.
In der Hinsicht sehr interessant finde ich die Filme von Vogel und Sacki über die Aufbereitung von Eicheln. Vogels Film ist etwas genauer. Hier ist Sackis Film: https://www.youtube.com/watch?v=cgf_zfADaU8
Aber beide berichten, dass Eicheln nach Vorbereitung für Menschen genießbar sind und nahrhaft, ja, dass man sogar Fladen draus backen kann und diese trocken => Vorratshaltung. Dazu kämen natürlich noch Nüsse, Kastanien und Samen.
Mit den Eicheln, das hab ich auch noch nicht probiert *schäm*, werde es aber definitiv tun, denn die üblichen Mehle kann ich eh nicht essen. Für mich wäre Eichelmehl sogar eine Erweiterung der Kostform.
Mit Bucheckern geht das auch, aber die sind arg klein. Es empfiehlt sich für solche Dinge die Anschaffung einer handbetriebenen Mühle.
Ganz ohne tierische Kost wirds nicht gehen. Dann muss man halt angeln, doch auf andere eiweisshaltige Dinge zurück greifen, oder ich dressiere meine Kater, dass sie mir jeden Tag ein paar Mäuse bringen
Nein, jetzt im Ernst, ich hab mal einen Film gesehen von einem Typen, der war irgendwo in Alaska gestrandet, und der hat sich nur von Mäusen ernährt. In der Not wird man erfinderisch.
gruß Lieselotte