reiche (Schauungen & Prophezeiungen)

Berserker, Montag, 12.10.2009, 13:48 (vor 6059 Tagen) @ Taurec (3217 Aufrufe)

Natürlich wird es reiche und ärmere geben.
aber eben keine mehr die quasie immer mehr immer schneller alleine durch zinseszins bekommen.

zins ist ja nicht schlechet - einzig und alleine der zinseszins ist ja das übel der knechtschaft um alle in schulden zu halten.
das zentralbanksystehm ist ja quasie des böses mächtigstes spielzeug.
und wenn nun wieder das geld vom staate selbst gedruckt und verwaltet wird, und nicht von der bank geliehen werden muss gegen zins - also geld das es ja garnicht gibt.

dann ist schon das größte machtinstrument gebrochen.
und reiche werden reich weil sie etwas können und dürfen mit recht stolz darauf sein.

aber nicht weil man es eben hat. und es von aleine immer mehr wird.

so wie es laut medien der böseste man des planeten es ja vor hatte.
abschaffung von zinseszins und verbot von börsenhandel.
wweswegen wir ja mit krieg und übel bis heute gerade zu überzogewerden :D

Hallo!

Sofern sich nicht alle Konstanten der menschlichen Natur verschieben und
die Welt nachher völlig anders funktioniert, wird es danach auch reiche
geben.
Das liegt allein schon daran, daß es stets Menschen geben wird, die in
manchen Bereichen fähiger und talentierter sind als andere und
dementsprechend - aus Überlegenheit - Macht und Reichtum anhäufen können.
Es wird in jeder menschlichen Gesellschaft immer Starke und Schwache
geben. Das ist eine Tatsache des Lebens schlechthin.

Sobald es eine Währung, also Geld gibt, gibt es auch reiche. Eine
Gesellschaft ohne Geld ist für eine Kultur, bzw. Zivilisation, die sich
über die Stufe des stadtlosen Feudalwesens hinausentwickelt hat, unmöglich
zu handhaben.
Das mag es in der ersten Zeit danach geben, aber je weiter die Zeit
voranschreitet, desto mehr wird sich wieder die gewohnte Konzentration in
Städten einstellen, für deren Wirtschaftsleben Geld unerläßlich ist.
Über "feudalistische Stammeswirtschaft" sind wir bereits seit
Jahrhunderten hinweg und die Geschichte läßt sich nicht zurückdrehen. Die
meisten Menschen heute sind, auch wenn sie auf dem Lande leben, in
seelischer Hinsicht entwurzelte Großstädter ohne innere und funktionale
Bindung zu dem Land, auf dem sie leben. (Bei 1% in der Landwirtschaft
Tätigen kein Wunder.) Das werden sie auch nachher sein. Sie haben einen
inneren Drang zu städtischen Lebensweisen, welche sich, sobald es die
Umstände zulassen, wieder ausbilden werden. Auch wenn alle Städte
entvölkert sind, werden sich rasch an geeigneten Stellen Marktflecken und
daraus Städte mit städtischen Berufen und Denkweisen bilden.
Hinzu kommt die Gewohntheit, sich als Nation zu betrachten. Beides wird
dazu führen, daß sich danach wieder überregionale Verbindungen bilden,
welche die Organisation einer Stammeskultur bei weitem überschreiten.
Das ist zwangsläufig. Wir können von der erreichten Zivilisationsstufe
nicht mehr lange oder dauerhaft zurückstürzen. Es sei denn, die Menschheit
wird derart dezimiert, daß über Jahrhunderte nur vereinzelte Horden durch
die Ruinenfelder ziehen, ohne einander oft zu begegnen, wobei jede
Erinnerung an die frühere Kultur und die Fähigkeiten, ihre Überreste zu
verstehen, nach wenigen Generationen bereits verschwunden sind. Das wäre
ein völliger Neuanfang. Davon künden die Schauungen jedoch nicht.

Auch die Feudalwirtschaft, die Du postulierst, bedingt beiläufig schon,
daß es welche gibt, Lehnsherren eben, die als Herrschende mehr haben als
andere. Es gibt auch dort einen mit der Macht verbundenen Reichtum und
Prunk als Ausdruck der Macht.

Was der Imperator macht, ist das zügellose Denken in Geld, welches das
gesamte Leben der Wirtschaft und dem Gewinnmachen unterordnet, wieder
unter die Herrschaft der politischen Seite des Lebens zu bringen, nämlich
in dem Sinne, daß die Wirtschaft den Eroberungs- und Gestaltungsplänen des
Imperators zu Diensten zu sein hat. Der Imperator will Geld nicht um des
Geldes willen, sondern um die Welt in seinem Sinne zu ordnen.

Bei den heutigen Machteliten scheint es mir indes so zu sein, daß ihr
Machtwille allein dorthin wirkt, selbst mit möglichst wenig Aufwand ein
angenehmes Leben zu führen, indem das Vermögen der Mehrheit zugunsten
dieser Minderheit nach oben umgeschichtet wird. Nebenbei soll den Menschen
durch die durchgeplante Vernichtung aller von den Vorfahren ererbten
gewachsenen Strukturen (Volk und Familie) jegliche Möglichkeit genommen
werden, sich zu einer Gegenbewegung zu formieren.

Oswald Spengler beschrieb 1922 für die Imperatoren gegenteilige
Intentionen (falls es jemand lesen will):

"Durch das Geld vernichtet die Demokratie sich selbst, nachdem
das Geld den Geist vernichtet hat. Aber eben weil alle Träume verflogen
sind, daß die Wirklichkeit sich jemals durch die Gedanken irgendeines
Zenon oder Marx verbessern ließe, und man gelernt hat, daß im Reiche der
Wirklichkeit ein Machtwille nur durch einen andern gestürzt werden kann -
das ist die große Erfahrung im Zeitalter der kämpfenden Staaten - erwacht
endlich eine tiefe Sehnsucht nach allem, was noch von alten, edlen
Traditionen lebt. Man ist der Geldwirtschaft müde bis zum Ekel. Man hofft
auf eine Erlösung irgendwoher, auf einen echten Ton von Ehre und
Ritterlichkeit, von innerem Adel, von Entsagung und Pflicht. Und nun
bricht die Zeit an, wo in der Tiefe die formvollen Mächte des Blutes
wieder erwachen, die durch den Rationalismus der großen Städte verdrängt
worden sind. Alles was sich an dynamischer Tradition, an altem Adel für
die Zukunft aufgespart hat, an vornehmer, über das Geld erhabener Sitte,
alles was in sich stark genug ist, um nach dem Worte Friedrichs des Großen
Diener des Staates zu sein in harter, entsagungsvoller, sorgender Arbeit,
gerade im Besitz einer schrankenlosen Gewalt, alles was ich dem
Kapitalismus gegenüber als Sozialismus bezeichnet hatte, alles das wird
plötzlich zum Sammelpunkt ungeheurer Lebenskräfte. Der Cäsarismus wächst
auf dem Boden der Demokratie, aber seine Wurzeln reichen tief in die
Untergründe des Blutes und der Tradition hinab. Seine Gewalt verdankt der
antike Cäsar dem Tribunat, seine Würde und damit seine Dauer aber besitzt
er als Prinzeps. Auch hier erwacht die Seele der frühen Gotik noch einmal:
Der Geist der Ritterorden überwindet das beutelustige Wikingertum. Mögen
die Machthaber der Zukunft, da die große politische Form der Kultur
unwiderruflich zerfallen ist, die Welt als Privatbesitz beherrschen, so
enthält diese formlose und grenzenlose Macht doch eine Aufgabe, die der
unermüdlichen Sorge um diese Welt, die das Gegenteil aller Interessen im
Zeitalter der Geldherrschaft ist und die ein hohes Ehrgefühl und
Pflichtbewußtsein fordert. Aber eben deshalb erhebt sich nun der Endkampf
zwischen Demokratie und Cäsarismus, zwischen den führenden Mächten einer
diktatorischen Geldwirtschaft und dem rein politischen Ordnungswillen der
Cäsaren."

Falls der Imperator sich tatsächlich an Spenglers Worte hält und sich
statt als rücksichtsloser Schnitter als Gärtner der Völker
betätigen will, kann ich seine Herrschaft nur begrüßen.
Die Brechung der Geldherrschaft hängt nicht davon ab, daß alle Grundlagen
dafür vernichtet wären, sondern daß jemand an die Macht kommt, der dieses
System zutiefst hasst.

Gruß
Taurec


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