Kontinuität (Schauungen & Prophezeiungen)

DvB, Montag, 31.05.2010, 14:53 (vor 5828 Tagen) @ Leo DeGard (4137 Aufrufe)

Moin!

Das kann wohl nicht Dein Ernst sein?

Das ist sogar mein voller Ernst!

Was wäre denn z.B. gegen A. Lincoln oder G. Washington zu sagen?

Also, ich da schon so meine Zweifel...
Grenada? Falkland? Iran Contra Affäre?


Grenada war genau das richtige Beispiel, wie man der kommunistischen
Bedrohung begegnen muss: mit Stärke und Entschlossenheit. Wenn es
überhaupt einen legitimen Grund für den Einsatz militärischer Mittel gibt,
dann ist Grenada das Paradebeispiel dafür. Genau so hätte man auch in
ähnlichen Fällen vorgehen sollen.

Darin vor dem Staatsstreich des stalinistischen Flügels eine kommunistische Bedrohung sehen zu wollen, halte ich für albern. Das ist ähnlich wie mit Kuba. Erst Boykotte betreiben - dann jaulen, wenn die betroffenen Länder sich gezwungen sehen, sich dem Ostblock anzuschließen, weil sie nicht als Satelitenstaaten unter US-Diktat leben wollen. Die kommunistische Bedrohung ist von Reagan durch Handelssanktionen und andere Sabotagemethoden gegen das Land erst verursacht worden. Damit auch die daraus resultierende politische Schwächung und Liqudierung Bishops & Co. Diese dann als Anlaß zu nehmen, der dadurch real gewordenen kommunistischen Bedrohung zu begegnen, ist verlogen.

Und ob die Waffenverkäufe an den Iran als Mittel richtig waren, sei
dahingestellt, der Zweck, d.h. die Unterstützung der Contras in Nicaragua
war jedenfalls ganz ohne Zweifel richtig!

Nein. Damit rechtfertigst Du z.B. Massenmorde an der Zivilbevölkerung durch die Contras.

In all dem ist bloß die traditionelle Unterstützung des verbrecherischen Somoza-Clans durch die US-Administration zu sehen. Die Sandinisten waren auch nicht nur Kommunisten sondern aus vorangenanntem Grund vor allem Antiamerikanisten. Bei denen waren doch alle Strömungen vertreten, solange sie sich bloß gegen das US/Somoza-Verbrechertum richteten. Deren Orientierung in Richtung Sowjetunion dürfte mal wieder vorwiegend von den USA hausgemacht gewesen sein. Ein "gutmeinender Reagan" hätte denen ordentliche Handelsabkommen, Nichteinmischung gegen Neutralität bieten können - und hätte damit höchstwahrscheinlich hervorragenden Erfolg gehabt. Auch dem kommunistischen Einfluß wäre damit doch die Grundlage entzogen gewesen. „Die Contras sind das moralische Äquivalent zu unseren Gründungsvätern.“ – Ronald Reagan - Muhahaha, was für ein Hirnschiß!

Und was genau wirfst Du Reagan vor, habe er beim Falklandkrieg falsch
gemacht?

Er hat da Kindergärtner in nem Kolonialkrieg gespielt. Wobei US-Interessen nichtmal berührt waren. (Abgesehen vom Absatz der US-Rüstungsindustrie selbstredend.) Realistisch gesehen hatten ja nichtmal die eigentlichen Konfliktparteien selber echtes Interesse an Falkland, sondern ging es beiden bloß um innenpolitische Kalküle.


Zusammenfassend ist in allen Fällen einfach nur die Kontinuität us-amerikanischer Kriegstreiberei und niederträchtigen Verbrechertums aus wirtschaftlichen bzw. korrupten Interessen heraus zu erkennen.

Gruß, DvB


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