Moin, Leo DeGard!
Darin vor dem Staatsstreich des stalinistischen Flügels eine
kommunistische Bedrohung sehen zu wollen, halte ich für albern.
Es ist alles andere als albern, tatenlos mitanzusehen wie seit etwa 1960
ein Land nach dem anderen durch kommunistische Verbrecher, die von Moskau
ausgebildete und finanziert wurden, vorsätzlich destabilisiert und dann
stets in einem mehr oder weniger blutigen Umsturz vom kommunistischen
Lager annektiert wurde. Die zahllosen Revolutionen und Bürgerkriege, die
im letzten Jahrhundert in der Dritten Welt ausgebrochen sind, sind das
direkte Resultat der von Moskau angeführten kommunistischen Aggression.
Und dieser Aggression ist Reagan in Grenada vorbildlich begegnet.
Würdest Du es auch für albern halten, wenn ich behaupte, daß z.B. die Einführung von Hartz IV, die weitflächigen Realeinkommenskürzungen und allgemein die drastischen Senkungen des Lebensstandards genau solche Revolutionen und Bürgerkriege gezielt provozieren? Vermutlich wohl nicht - aber es ist doch dasselbe Muster!
ähnlich wie mit Kuba. Erst Boykotte betreiben - dann jaulen, wenn die
betroffenen Länder sich gezwungen sehen, sich dem Ostblock anzuschließen,
weil sie nicht als Satelitenstaaten unter US-Diktat leben wollen.
Moment, der Reihe nach, zuerst war in Kuba die Revolution durch die roten
Verbrecher, und erst sehr viel später kam das Handelsembargo. Kuba war
zuvor ja sogar von amerikanischer Wirtschaftshilfe abhängig, und das
trifft übrigens für praktisch jeden kommunistischen Staat zu: da die
Einführung des Kommunismus grundsätzlich den wirtschaftlichen
Zusammenbruch bewirkt, sind diese Staaten stets von Auslandshilfe
abhängig. Daher wäre es auch richtig gewesen, die Sowjetunion direkt nach
der Oktoberrevolution auszuhungern, dann hätte der rote Spuk schnell ein
Ende gefunden.
Was heißt "sehr viel" später? Das besteht seit dem 7.2.1962. Und die SU-Orientierung kam erst mit der Zeit. Und das besteht heute noch - obwohl es die SU schon länger nimmer gibt. Weswegen sowjetische Raketen auf Kuba zu installieren, im Moment etwas schwierig sein dürfte. Eine Gefahr für die USA stellt Kuba also eher nicht dar - wenngleich die Situation in Kuba nun mittlerweile natürlich recht verfahren ist. Mir scheint aber, das hätte in den Anfangsjahren vermieden werden können.
Ja, warum hat denn der Westen an den Ostblock gezahlt? (Hat er das?) Hat Reagan das abgeschafft? Wenn nicht, warum war er trotzdem lieb?
Nein. Damit rechtfertigst Du z.B. Massenmorde an der Zivilbevölkerung
durch die Contras.
Das ist genau die Linie der linken Propaganda, während über die
Massenmorde der Kommunisten stets grosses einvernehmliches Schweigen
herrscht.
In dem Fall hat die linke Propaganda halt recht. Und nee, ich verschweige die Massenmorde der Kommunisten ganz sicher nicht - nur gehts um die grad irgendwie nicht, denn die beanspruchen ja nicht, ein lieber US-Präsident o.ä. zu sein. Wenn jetzt so ein lieber US-Präsident in so ein Land einmarschiert, um die dortigen kommunistischen Verbrecher umzulegen, wäre ja insoweit erstmal nichts dagegen zu sagen - wenn der liebe US-Präsident aber lieber irgendwelche Verbrecherbanden aufbaut/finanziert, die vorrangig lieber unbeteiligte Zivilisten umlegen, ist mir dieses Liebenswürdigkeits-begründende antikommunistische Konzept irgendwie nicht ganz klar!
Um das klarzustellen, am Anfang einer solchen Entwicklung steht immer die
kommunistische Aggression und die kommunistischen Morde, was in der
Propaganda als "Befreiungskampf" verniedlicht wird, und sobald sich gegen
diese Revolution dann Widerstand regt und die Leute beginnen sich gegen
die Kommunisten zur Wehr zu setzen, dann fallen sofort Begriffe wie
"rechte Todesschwadrone" usw...
In dem Fall wären "republikanische/demokratische Todesschwadrone" oder "Jakobinertum" vielleicht passender - denn die haben es von Beginn an ja niemals anders gemacht. Und zwar nicht erst seit 1905/17 sondern schon seit 1789. Und antiloyalistische Rebellen in den Unabhängigkeitskriegen sicherlich auch nicht allzuviel. Unblutige Umstürze gibts halt net. Unblutige Verteidigung dagegen sicherlich auch nicht. Bloß: mittels zwielichtiger Operationen massenweise Unbeteiligte umzulegen und dabei ne weiße Weste haben wollen, geht halt net.
Und wenn Du das jetzt auf die Logik des Kalten Krieges schieben willst, insofern offene Intervention ja einen Weltkrieg hätte auslösen können, kann ich nur sagen, daß die USA das ja heute noch genauso machen, ohne daß sie sowas befürchten müßten - es damit also offensichtlich nichts zu tun hat.
In all dem ist bloß die traditionelle Unterstützung des verbrecherischen
Somoza-Clans durch die US-Administration zu sehen. Die Sandinisten waren
auch nicht nur Kommunisten sondern aus vorangenanntem Grund vor allem
Antiamerikanisten.
Die Sandinisten waren von Anfang an die Marionetten und die nützlichen
Idioten Moskaus!
Was hatten sie denn für ne Wahl?
Das gilt für alle sogenannten "nationalen
Befreiungsbewegungen", die zu jener Zeit vom Ostblock ausgebildet,
finanziert und bewaffnet wurden.
Nicht für Kuba.
Und das gilt auch für die 68er bei uns,
auch wenn deren "Kampf" eher auf ideologischer Grundlage verlief, dafür
aber umso verheerender wirkte.
Wieso wurden dann die Frankfurter Schule-Affen aus Ammihausen und nicht aus Moskau hierher reimportiert?
Er hat da Kindergärtner in nem Kolonialkrieg gespielt. Wobei US-Interessen
nichtmal berührt waren. (Abgesehen vom Absatz der US-Rüstungsindustrie
selbstredend.) Realistisch gesehen hatten ja nichtmal die eigentlichen
Konfliktparteien selber echtes Interesse an Falkland, sondern ging es
beiden bloß um innenpolitische Kalküle.
Zusammenfassend ist in allen Fällen einfach nur die Kontinuität
us-amerikanischer Kriegstreiberei und niederträchtigen Verbrechertums aus
wirtschaftlichen bzw. korrupten Interessen heraus zu erkennen.
Das sind alles Phrasen und Versatzstücke aus der kommunistischen
Propaganda! Marx und Lenin haben genauso argumentiert. Woher beziehst Du
nur Dein Weltbild?
Ich beziehe mein Weltbild nicht.
Beziehbare Weltbilder hinterlassen immer so ein etwas schales Gefühl...
Ich bin in der DDR aufgewachsen - und die stumpfsinnige kommunistische Philosophie dort war mir schon immer ein Greuel. Das gilt aber für die republikanische, die ich anschließend kennenlernen durfte, genauso - auch wenn sie etwas raffinierter ist.
Eines ist mal klar: Vieles von dem, was der Osten gegen den Westen propagiert hat, ist durchaus wahr; ebenso wie umgekehrt. (Und Propaganda zeichnet sich ja auch nicht unbedingt dadurch aus, daß sie etwa dauernd plumpe Unwahrheiten liefert - raffinierter lügt man schließlich z.B. durch Weglassen.) Freilich haben sie sich nie das Entscheidende vorgeworfen: nämlich daß sie eines Wesens sind.
Was, was ich geschrieben habe, wäre denn eine Phrase?
Betrachtet man sich die Fakten, dann ist Kriegstreiberei das, was der
Kreml seit 1917 praktiziert! Moskau hat im letzten Jahrhundert im
Vergleich zu den USA mit grossem Abstand die meisten Kriege und
Revolutionen angezettelt, auch wenn das unsere linksliberal hirngewaschene
Öffentlichkeit heute nicht mehr wahrhaben will.
Das bestreite ich doch nicht.
Ich hab bloß so meine Zweifel, was den lieben guten Onkel Reagan betrifft. Und bisher war das nicht überzeugend, was Du dafür vorgetragen hast. Von mir aus, war er meinetwegen der beste US-Präsident der letzten Jahrzehnte. Aber nicht gutmeinend.
Ich glaube, Du bist zu sehr gegen den Kommunismus fixiert. Aber der ist nur eine Spielart des Verbrechertums. Deswegen ist die beliebte Vereinfachung in gut und böse fehl am Platze.
Gruß, DvB