Avatar

Eine Modellrechnung (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Dienstag, 10.08.2010, 14:42 (vor 5757 Tagen) @ Stjepan (3293 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Dienstag, 10.08.2010, 14:48

Hallo!

Aus meinem Studium:
Es geht um die Verwandlung der Sahara von einer Savanne in eine Wüste:

[image]

Dazu hat man eine Modellrechnung (für die Randzone des Sahel-Bereiches im Übergang zur Wüste) durchgeführt, ausgehend von der Einstrahlung der Sonne, wie sie sich aufgrund der Bahneigenschaften der Erde über Jahrtausende ändert.
Dementsprechend - so nimmt man an! - habe die abnehmende Sonneneinstrahlung einen gleichzeitigen Rückgang der Niederschläge bewirkt (weniger Sonne => weniger Verdunstung).
Ab 460 W/m² soll ein kritischer Punkt erreicht worden sein, an dem der Niederschlag stärker sinkt und zwar unter die für die Vegetation verkraftbare Grenze. Von da an hat die Vegetationsbedeckung abgenommen bis nur noch die aller robustesten Pflanzen übrig waren. Selbst das hat noch über 1000 Jahre gedauert.

Der Fehler, bzw. die Einschränkung des Modells liegt darin, daß es unberechenbare Ereignisse ausblendet. Die Schulwissenschaft kennt keine Polsprünge. Sie kennt überhaupt keine plötzlichen Umschwünge, weder evolutionär in Form des plötzlichen Auftauchens neuer Lebensformen, noch geologisch in Form plötzlicher Veränderung der Gestalt der Erde. Selbst die Geschichte läuft dort linear, weil man technischen und wissenschaftlichen Fortschritt mit der Entwicklung schlechthin gleichsetzt.

Der in den Diagrammen dargestellte Prozeß wäre nichtig, wenn man annimmt, daß zu Beginn polsprungbedingt eine plötzliche Senkung der Sonneneinstrahlung um denselben Wert stattgefunden habe (dazu noch Verschiebung der Klimazonen). Der kritische Punkt wäre plötzlich unterschritten worden und die Veränderung der (potentiellen) Vegetation wäre ohne einige Tausend Jahre Vorlaufszeit erfolgt (und auch in kürzerer Zeit). Das hängt natürlich davon ab, daß wenigstens der angenommene Zusammengang von Sonneneinstrahlung, Niederschlag und Vegetationsbedeckung nicht nur in seiner Art, sondern auch in der Stärke der Wirklichkeit entspricht. (Offenbar merkt man in der Wissenschaft, daß man mit Linearität nicht völlig zum Ziel kommt und versucht zunächst nichtlineare Reaktionen auf lineare Prozesse aufzumodulieren.)

Solche kataklysmischen Modelle wird man in Sachbüchern jedoch nicht finden. Mit wissenschaftlichen Methoden bekommt man stets nur Ergebnisse innerhalb des selbstgesteckten Rahmens. Man findet, was man zu finden gedenkt. Im äußersten Falle fällt ein Meßergebnis aus dem erwarteten Rahmen. Das stellt aber nicht die grundlegenden Annahmen in Frage. Die Grundannahme erdgeschichtlicher Forschungen ist seit etwa 1830, ganz dem Geiste des 19. Jahrhunderts folgend, der bis heute fortwirkt, der Aktualismus von Charles Lyell, der annahm, daß in der Erdgeschichte stets nur so harmlose Kräfte am Werk waren, wie sie in geschichtlicher Zeit festgestellt werden können. So weit unsere Geschichtsschreibung aber zurückreicht, gab es keine Katastrophen, welche die Erdoberfläche im großen Stil dauerhaft veränderten. Alles, was über die schriftliche Überlieferung hinaus zurückreicht, ist Mythos und wird ausgeblendet. Daher besteht alle Erdgeschichte nur aus der Rückrechnung des heutigen Zustandes, also linearer Verlängerung gegenwärtig meßbarer Vorgänge in die Vergangenheit. Widersprechende (Be-)Funde werden an Stellen im System eingeordnet, an die sie passen. Das muß jedoch nicht der Wahrheit entsprechen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


Gesamter Strang: