Christlich? Nein. (Schauungen & Prophezeiungen)

Pferdchen, Mittwoch, 22.08.2018, 16:05 (vor 2823 Tagen) @ Taurec (2025 Aufrufe)

Hallo Taurec,

Die Eroberung durch Fremdvölker ist ein alter Endzeittopos, der von allen christlichen Nationen adaptiert wurde, hier eben auf die Schotten bezogen. Er ist nicht weiter von Relevanz, da er in den Bereich "christliches Sagengut" gehört.

Ich bin davon überzeugt, dass die vermeintlich christlichen Sagen und Endzeitprophetien in sehr viel älterem Sagengut wurzeln. Krieg, Vernichtung, Eroberung, Brudermord, Überflutung und vieles mehr finden sich bereits in der Edda:
Der Seherin Weissagung
Allen Edlen Gebiet ich Andacht, Hohen und Niedern von Heimdalls Geschlecht...
Lohnt sich zu lesen.

Zu überlegen wäre, ob die Befürchtung eines Untergangs Irlands im Meer auf altes Wissen im irischen Volk zurückgeht, das entweder ein Nachhall der letzten Sintflut sein könnte oder aus tatsächlichen Visionen eine Katastrophe gespeist wurde.

Nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe. Die Edda sowie die Bibel umschreiben ausschnittsweise Zyklen von Weltentstehung und Weltuntergang. Komplette Zyklen nacheinander werden beispielsweise im Popol Vuh beschrieben. Würde das zyklische Auftreten von Endzeiten den Tatsachen entsprechen, könnte man schwer unterscheiden, ob Visionen sich auf Zukünftiges oder Vergangenes beziehen. Aber das wäre dann ja egal.

Gruß,
Pferdchen


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