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Feldpostbriefe nochmal (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Freitag, 28.10.2011, 15:33 (vor 5478 Tagen) @ Gerhard (11770 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Freitag, 28.10.2011, 15:49

Hallo, Gerhard!

"Aber auch der norddeutsche Raum ist betroffen, wie es vor allem aus Bemerkungen des Briefschreibers hervorgeht, die im Familienkreis gefallen sein sollen". (Bender, Kriegsprophezeiungen, Seite 20 oben, Markierung von mir).

Das ist aus dem Zusammenhang gerissen. Bei Bender steht:
"Russland überfällt den Süden Deutschlands, aber kurze Zeit, 'in der es furchtbar zugehen soll' (69/3;7-26). Angespielt wird auf ein riesiges Menschensterben, dessen Zentrum in Süddeutschland liegt. Aber auch der norddeutsche Raum ist betroffen, wie es vor allem aus Bemerkungen des Briefschreibers hervorgeht, die im Familienkreis gefallen sein sollen."

=> Auch der Norddeutsche Raum ist vom riesigen Menschensterben (!) betroffen, das sich wohl kaum auf die Aktionen der Russen dort bezieht, sondern auf die allgemeine Opferzahl (vor alle durch die Flut).

Wie soll Irlmaier außerdem von Aussagen wissen, die in Rills Familie getätigt wurden?

Aber danke für diese Textstelle! Die ist mir bislang durch die Lappen gegangen.

Bleiben noch zwei "Kampfgebiete".

Im ersten Brief kommt der Papst zum Friedensschluss nach Köln "wo er nur einen Trümmerhaufen findet, alles kaputt", so dass man daraus schließen kann, dass auch dort, in der alten Mitte, heftigst gekämpft werden wird (wir nehmen an, gegen die Russen). Antonius von Aachen brauchen wir deshalb hier gar nicht beachten.

Der Süden wird detaillierter erwähnt (weil für Rill am interessantesten), aber nur als Teil eines Einfalls der Russen im gesamten Deutschland.

Soweit also die Quellen, die heute sichtbar sind bzw. seinerzeit für Prof. Bender sichtbar waren. Was Irlmaier aus bzw. von den Rillschen Aussagen gekannt hat wissen wir nicht, aber wir müssen schließen, dass er sie kannte.

Das ist nichts anderes/neues als das, was ich geschrieben habe.
Aus diesen Informationen folgen jedoch nicht die drei Vorstoßachsen. Von nur zwei Gebieten weiß man aus den Feldpostbriefen, daß Russen dort je sein werden.

Daher kann auch nicht von "drei in den Feldpostbriefen erwähnten Kampfregionen", wie Du geschrieben hast, die Rede sein. Das ist einfach falsch. Darum ging es doch.

Falls "die alte Mitte" bedeuten soll, daß Köln im Korridor des mittleren Vorstoßes liegen soll, hat es keinen Sinn. Der mittlere Vorstoß geht laut Irlmaier bis Frankfurt (alternativ der mittlere zum Ruhrgebiet, der nördliche ins nirgendwo?). Genaugenommen liegt Köln gar nicht auf der Vorstoßachse, sondern wird erst im weiteren Verlauf des Krieges unplanmäßig mit hineingezogen durch die von Süden nach Norden fliehenden Russen.

Dafür sprechen die wörtlichen Wiedergaben zu den (sehr eigenartigen!) seichten Flüssen und der (nicht minder merkwürdigen) Revolution in Russland, auf die Du in Deiner Antwort leider nicht eingegangen bist.

Klar. Dem stimme ich zu. Viel mehr gab es dazu nicht zu sagen. Daß Irlmaier die Feldpostbriefe kannte, ist wahrscheinlich. Zumindest die Revolution in Moskau und die Flucht der Russen nach Norden deuten darauf hin.
Über welche Ecke er mit den Feldpostbriefen bekannt geworden sein soll, bleibt die Frage. War Frumentius (der die Briefe spätestens 1946 gekannt haben dürfte) als Prophezeiungsexperte bei Irlmaier zu Gast? Anzunehmen.

Die Situation ist aber ganz einfach: (1) wir haben die und die (ähnlichen) Aussagen zum Krieg und dafür zwei "Zeugen" (proph. Franz. und Irl.). Es ist (2) nicht auszuschließen, ja sogar wahrscheinlich, dass der Jüngere vom Älteren wußte. Deswegen sind (3) nur die Informationen verwertbar und interessant, in denen die Zeugen sich unterscheiden bzw. wo der eine über den anderen hinausgeht. (3) Wo sie sich aber ähnlich sind, darf das nicht als (womöglich zusätzlich beweiskräftige!) "Bestätigung" des einen durch den anderen aufgefasst werden.

Das Kriegsgeschehen um Köln ist bereits Bestandteil uralter Sagen, sodaß man sich keineswegs auf Irlmaier und die Feldpostbriefe beschränken muß:

Unbekannter Seher von 1849 über Köln:
„Wehe Köln! Von der Südseite werden die Feinde bis zum goldenen Apfel dringen und ein großes Blutbad anrichten. Viele Gute werden sterben, und die Bösen durch die Bösen umkommen. Eine furchtbare Krankheit wird aufräumen helfen. Auf der Retirade wird Köln viel leiden.“

Sibylle auf Teck (Alter unbekannt, weil ich dazu noch nicht mehr gefunden habe):
„Ferner soll am Rhein, in der Gegend von Köln ein Krieg ausbrechen, der furchtbarer sein wird als je ein Krieg gewesen. Zuerst werden die Deutschen unterliegen, denn auch der Türke wird hier gegen uns streiten. Da werden die Männer im Lande so selten werden, daß sieben Weiber um einen Krüppel, den sie alle gern zum Ehemann haben möchten, sich schlagen werden. […] Endlich wird der Deutsche dennoch siegen; denn Sybille hat geweissagt: ‚Zu Köln am Rhein soll des Türken Untergang sein.’“

Bauer Jasper (gestorben 1833):
„Bei Köln wird die letzte Schlacht stattfinden, wodurch der Türke einige Zeit Herrscher über uns wird.“

Und Hübscher nennt (auf S. 140f.) ein Flugblatt, das 1537 erschien und auf dem breits von der "Türkenschlacht" bei Köln die Rede ist.

Das heißt, Köln bei Irlmaier (der nur einmal erwähnt, daß dort die letzte Schlacht stattfinde, keine Vorstoßachse) und in den Feldpostbriefen (und vielleicht auch Antonius, wobei mir der zu viele Details enthält) kann man nicht als originär betrachten. Die Schlacht um Köln pfeifen die Spatzen schon seit Jahrhunderten von den Dächern.

Was aus den Feldpostbriefen bleibt, ist lediglich der russische Vorstoß bis zum Chiemgau (vermutlich von Norden her). Da weiß Irlmaier eindeutig mehr, weil er angibt, der Zug ginge bis an die Schweizer Grenze.

Es gibt also meines Erachtens keine Veranlassung, davon auszugehen, Irlmaier habe sich mit seinen Vorstoßachsen an den Feldpostbriefen orientiert.
Das geben die einfach nicht her.
(Und daß man durch Buchstabendreher von Irl auf Ril kommt, kann nicht als Arugment gelten.)

PS: Dass Antonius von Aachen drei Panzerkeile beschreibt, ist mir neu. Erinnere mich nur, dass er die Preussen mit dabei sein lässt, und dass nach der Niederlage am Rhein die Russen noch einen Krieg gegen die Türkei führen ...

Er sieht die Russen bei Straßburg geschlagen werden (Süden), bei Frankfurt (Mitte) und bei/in Köln und Westfalen (Norden).
Das sind genau die Gebiete, in denen Irlmaiers Heerwürmer enden (wobei aus Irmaiers Vorhersagen nicht ganz klar wird, ob der mittlere Vorstoß nun bis Frankfurt oder zum Ruhrgebiet geht).
Eigentlich hat als erster Irlmaier die Vorstoßachsen selbst beschrieben.

Gruß
Taurec

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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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