Oswald Spengler 2.0 (Schauungen & Prophezeiungen)

Ulrich ⌂, München-Pasing, Sonntag, 01.03.2015, 00:49 (vor 3422 Tagen) @ Unverhohlen (3143 Aufrufe)

Hallo Unverhohlen,

Langer Rede kurzer Sinn, ich bin momentan auf der Suche nach Literaturtipps und wollte mal in die Runde fragen, wie ihr das Buch "Prophezeiungen ernst genommen: Prophezeite Kriegswirren-Alarmierende Vorzeichen-Sichere Gebiete" von Erich Berger einschätzt.

die meisten der unzähligen Bücher zum Thema Schauungen, die über eine Dokumentation der Quellen hinausgehen, haben m.E. den gemeinsamen Nenner, beim Leser zunächst eine Bedrohungserwartung erzeugen zu wollen, um dann mit mehr oder weniger dummen "Ratschlägen für die Katastrophe" sich besser verkaufen zu können hoffen.

So abgedroschen die Redensart "Angst ist ein schlechter Ratgeber" ist, so richtig ist sie auch, weshalb ich die Frage der eigenen Standortbestimmung und Orientierung für wichtiger halte als alle Ratgeber, bei welchen Anzeichen wann und in welche angeblich "sicheren Gebiete" man sich flüchten könne.

Der deutsch-belgische Historiker David Engels hat 2014 mit seinem Buch "Auf dem Weg ins Imperium. Die Krise der Europäischen Union und der Untergang der römischen Republik. Historische Parallelen." an einem Entwurf versucht, die aktuelle Situation und deren zukünftige Entwicklung im Geist Oswald Spenglers darzustellen. http://www.amazon.de/Auf-dem-Weg-ins-Imperium/dp/3944305450
Rezensionen:
http://www.pravda-tv.com/2015/01/auf-dem-weg-ins-imperium-die-krise-der-eu-und-der-untergang-der-roemischen-republik/
http://www.perlentaucher.de/buch/david-engels/auf-dem-weg-ins-imperium.html
http://www.blauenarzisse.de/index.php/gesichtet/item/4693-imperium-statt-nationalstaat

Wer nach Lesen dieser Bestandaufnahme immer noch meint, da wäre irgendetwas durch Reförmchen zu retten, dem ist nicht zu helfen. Wenn man die Sichtweise Engels teilt, und ich wüsste nicht was dagegen spricht, verliert so ganz nebenbei manche Schilderung aus den überlieferten Schauungen ihre Dramatik und erscheint im Vergleich zur Fortschreibung der gegenwärtigen Zustände in die Zukunft als das kleinere Übel.

Gruß
Ulrich


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