Alpha und Omega (Freie Themen)

rauhnacht, Freitag, 15.09.2017, 18:56 (vor 3057 Tagen) @ nemo (2559 Aufrufe)

Hallo Nemo


Das Hexeneinmaleins beruht auf demselben Prinzip. Aus 1 mach 10 bedeutet, die 1 in
eine höhere Potenz zu bringen. Laut dem Enneagramm und der Oktavenlehre findet auf
diese Weise jede Entwicklung statt. Sobald einer der 7 Schritte nicht gegangen wird, versagt
der gesamte Prozess und wird zu etwas anderem. Er degeneriert zu einem unvorhergesehenen
Ergebnis wie z.B. Finanzkrisen, Kriege oder persönliche Schicksalsschläge.

Nun ja,mir widerstrebt es sehr dies Prinzip "Hexeneinmaleins" zu nennen. Impliziert so unseren derzeitigen Eroberungswahn, dabei geht es nicht um Ich - Herrschaft, sondern um Einfügung und Verständnis zu hinterlegten Entwicklungsprinzipien.

Die Geschichte ist deshalb ein ständiges Versagen der Entwicklung, weil widersprüchliche Ziele
und Interessen aufeinander treffen und zu ungewollten Situationen führen. Laut dieser Lehre
gibt es keine ungewollte Entwicklung. Jede Entwicklung ist das Ergebnis eines bewussten
Prozesses. Wo dieser versagt und nicht stattfinden kann, entsteht eine Degeneration zu
niederen Zuständen, die sich als Auflösung, Chaos und Unordnung darstellen, was zum
Untergang ganzer Zivilisationen führt.

Die Geschichte ist KEIN ständiges Versagen der Entwicklung, es wird lediglich deutlich, wie mühsam das ist und wie laaaaang so etwas dauert.
Es lohnt die Weltgeschichte mal unter Entwicklungsaspekten zu betrachten:


Die immer wiederkehrende „Entwicklung“vom Kind zum Greis steht uns beständig vor Augen, wenn man die „Weltgeschichte“ anschaut, erkennt man m.E über deutlich analoge Entwicklungsabschnitte.
Völker, Kulturen gehen unter oder sterben aus und dennoch verfolgt die Weltgeschichte eine Entwicklung. Insgesamt degeneriert da gar nichts, das sieht nur für MOMENTE ( die wohlgemerkt für die kurzen Lebensspannen von Menschen ewig wirken) so aus. Der Rückschritt zur Ebenen davor währt vergleichsweise nur kurz, um dann in der nächsten Phase eine „neue“ Ausprägung zu gewinnen.


-In der Urgeschichte das Wesen in Einheit. Entwicklungsgemäß ist der Säugling nicht getrennt, er ist noch völlig abhängig von der „Versorgung und Obhut“. Versorgung und Obhut findet durch instinkthafte Handlungen statt und gelingt nur bei ausreichenden Bedingungen der Umwelt/ Natur. – Urmenschen in so weit entfernten Zeiten und Räumen, dass wir uns an dieses DASEIN kaum „erinnern“ können (Grad so wie an unsere individuelle Säuglingszeit.). Man könnte dies auch „animalisches Leben“ nennen, dass klingt aber wegen der Wertungen so scheußlich und ist tatsächlich keineswegs angebracht.

-Spätere Frühgeschichte - hier schon das Erkennen von Ich und Du, Subjekt und Objekt sowie erste Regeln des Zusammenlebens. Menschheitsentwicklung hatte die Aufrichtung;- und Lauflernphase , samt erster Differenzierung in Bekannt und Fremd,sowie Ich und Du (gibt es nach wie vor,in der Kindheitsentwicklung entsteht daraus Bindung, Fremdeln, Trotz und Beziehung) Anfänge der Kommunikations_ähm weiterentwicklung.- Sprache. Erste Anzeichen sind auszumachen, die mit WILLEM und Vorausdenken-versus WIRKEN zu tun haben - Kulturtechniken werden entdeckt,erweitert und benutzt, weit über „tierischem Eingewobensein“ erste „Schöpfungswirkungen“ aus Zeiterfassung und kausaler Wirkungserfassung. Ich- und alles andere

-Steinzeit hin zu Neolithisierung: So langsam kleckern sich „Regeln“ ein. Wenn ich dies tue, passiert das. Hier auch „soziale Regeln“. Ich – und die Gemeinschaft.
Das differenziert sich mehr und mehr. Von Mutter versorgt als „Göttin“ hin zu „Vater kann alles als Gott“. ( Anmerkung zum Verständnis: Natürlich IST das nicht wirklich so, so empfindet das aber ein Kind und ist diesem übertragend geltend für Alles.)

Im übrigen sind Bindungs“störungen“ ganz übel empfundene Geschehnisse, die aber dauernd passieren. In der Menschheitsentwicklung hat uns die mangelnde Versorgung durch Mama – Erdgöttin Gaia (Klimaschwankungen-Neolithische Revolution)
Papa – Schöpfergott Logos auf die Bildfläche gerückt.

-Hochkulturen bis Mittelalter : Magisches Alter : „Götter“ werden noch entfernter mystefiziert, samt „Einfluss“durch eigenes Verhalten. Kind: „Ich blinzel dreimal und die Ampel wird grün.“ Menschheit: „ Wir bauen Tempel, beten dreimal am Tag und opfern was auch immer und die Götter lassen es regnen, ect.“ Ich- und die Götter.

-Mittelalter bis Sattelzeit: Einfügung in immer differenzierendes regelkonformes Leben: „ Ich bin gut, wenn ich...“ Autoritäten, als Leitfiguren werden anerkannt und Regeln so gut möglich befolgt. Könige, Kaiser, Zaren, gar Päpste sind Gesandte göttlicher Regeln. Sie sind von „Gott“ gesalbt, eingesetzt.
Kinder in diesem Alter sind leistungsstark und willig, sie wollen alles möglichst gut machen. Brauchen aber Leitfiguren und Regeln, denn allein sind sie Kinder und das wissen sie auch meist. Heere in der Welt z.B. römisch bis hin zu im Übergang Napoleon erreichen dadurch ihre Disziplin. Missbrauch ihres Leistungswillen und „gerechtem Gehorsam“ bemerken sie sehr wohl und ahnden moralisch schändliches Verhalten irgendwann. Ich-mit Gott.

-Sattelzeit hin zu Moderne: Ich-Bewusstsein zum zweiten Mal, Pubertät: Da passiert dasselbe wie oben im Trotz, Trennungsalter. Das Erkennen von „Ich will“. Der Vater als Gott stirbt. Die Illusion der „Göttlichkeit“ des Vaters, Königs, Papstes wird erkannt. Ich – gegen Gott.

Weitaus weniger in Existenzabhängigkeit, gefühlt befreit wendet sich der Pubertierende von Familie, Gemeinschaft, Autoritäten ab und seeehr ideell verklärten Bildern zu. In einer neu gewonnenen Härte: „So, nur so soll es sein.“ Der will die Welt revolutionieren. Peergroups in Abgrenzungen oder auch Romantisch als Demokratie;- Humanitätsverklärung. Ich – bin Gott.

Der Absturz da wird heftig, aber --- danach geht es weiter.

Die Menschheit hat grad mal das erste Drittel von Entwicklungspotenzial erreicht, sofern wir nicht in Gotteswahn die Erde in Stücke sprengen, wirds schon weitergehen. Mühsam halt!

Liebe Grüße
Rauhnacht


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