Re: Die Frage ist, ob diese totale Technisierung zum Teil Verarschung ist (Freie Themen)

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Freitag, 15.09.2017, 21:51 (vor 3057 Tagen) @ rauhnacht (2613 Aufrufe)

Hallo Rauhnacht,

"Die immer wiederkehrende „Entwicklung“vom Kind zum Greis steht uns beständig vor Augen, wenn man die „Weltgeschichte“ anschaut, erkennt man m.E über deutlich analoge Entwicklungsabschnitte.
Völker, Kulturen gehen unter oder sterben aus und dennoch verfolgt die Weltgeschichte eine Entwicklung. Insgesamt degeneriert da gar nichts, das sieht nur für MOMENTE ( die wohlgemerkt für die kurzen Lebensspannen von Menschen ewig wirken) so aus. Der Rückschritt zur Ebenen davor währt vergleichsweise nur kurz, um dann in der nächsten Phase eine „neue“ Ausprägung zu gewinnen."

Das stimmt, wir können nur den Zeitabschnitt einigermaßen rekapitulieren,
den wir selbst erlebt haben, und der ist im Vergleich zu Jahrtausenden
Weltgeschichte winzig klein.

Oder man liest sich durch Geschichtsbücher, aber durch diese einen objektiven
Ein- und Durchblick zu erlangen ist schwierig bis unmöglich.

VOR Kriegen scheint alles zu degenerieren, und nach einem reinigendem
"Gewitter" in Form eines Krieges oder Impaktes scheint es wieder eine
Zeitlang aufwärts zu gehen in der Evolution der Menschheit.

Was ich mich halt zunehmend frage, ist, ob dieser gigantische Schub an Erfindungen
und Technisierung seit sagen wir dem Ende des Zweiten Weltkriges noch
verhältnismäßig ist: Im Einklang mit der Natur steht er schon gar nicht.
Wir plündern die Erde in ihren Rohstoffen aus wie noch nie in der Erdgeschichte.
Inzwischen verbauen wir die meisten Silber- und Tantal-Vorräte in iPads und
Smartphones. Die Luft ist verpestet durch den Kfz-Verkehr, mit der ständigen
Guckerei in Bildschirme werden unsere Augen immer schlechter, unser Gehör wird
durch den Lärm der Zivilisation immer tauber, die Anbaufläche insgesamt für
die Landwirtschaft wird durch Industrialisierung und der Bevölkerungs-Explosion
seit dem Ende des WWII immer weniger statt mehr.

Kurz und 'gut', schadet uns, was da so allgemein als "Evolution" bezeichnet wird,
nicht mehr, als es uns nützt bzw. ist vieles nicht bloße Verarschung?
Klar, ein Fahrrad schadet der Umwelt relativ wenig, setzt aber auch eine
Metall- und Kunststoffverarbeitung voraus.
Ebenso elektrisches Licht. Das war alles schon vor A.D. 1900 auf dem Markt, wie
auch die Dampflokomotive, die schon ab 1830 Ruß emittierte.
Dann ging es aber weiter: Nach 1900 kam das Auto, ab 1945 die Autobahn,
der Halbleiter, das TV, das gespaltene Atom, das AKW, ab 1980 der PC, usw.
Und alles das zunehmend auf Kosten der Natur, unserer Selbstversorgung & Autharkie.
Wir haben weltweit abgeholzte Wälder und ein Artensterben wie noch nie.
Der Fortschritt daran: Wir können uns im IKEA mit tollen Möbeln eindecken,
made in China.;-)

===> Und das Ganze wird uns nach wie vor als Fortschritt und Evolution verkauft.

LG,

Eyspfeil


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