Hallo Rauhnacht,
die Lehre der Involution ist sehr alt und geht auf das Urchristentum zurück. Man kann sie nur verstehen, wenn man davon ausgeht, dass das Universum aus Bewusstheit besteht und alles was existiert aus dem geistigen Bereich kommt. Zuerst war die Idee, dann die Verwirklichung in der Materie.
Der Geist schafft in sich selbst das materielle Universum. Das materielle Universum beruht auf Gesetzen. Die Gesetze sehen wir unter anderem in der Himmelsmechanik. Es existieren Milliarden von Galaxien. Innerhalb der Galaxien existieren Milliarden von Sonnen. Innerhalb der Sonnensysteme existieren Milliarden von Planeten und Monden. Je komplexer das System wird, um so mehr Energieverlust entsteht. Das heißt der Geist verstreut sich selbst, um das Universum zu erschaffen. Auf diese Weise kann auf dem entferntesten Monden noch Leben entstehen.
Man kann es sich als eine Lampe in der Dunkelheit vorstellen. So wird es z.B. im Koran beschrieben. Das Licht nimmt ab, je weiter man sich von der Lampe entfernt. Die Bewegung des Universums geht in abnehmende Richtung hin zur Dunkelheit. Das Leben beginnt im Absoluten und endet im Nichts. Alles entwickelt sich zum Nicht-Sein. Mit Involtion ist die Auflösung der Bewusstheit und Energie gemeint.
Daher hat das Wort Evolution auch eine andere Bedeutung. Evolution ist die gegensätzliche Bewegung hin zum Licht und die Zunahme der Bewusstheit. Das bedeutet, dass die meisten Religionen Recht haben, wenn sie sagen, dass wir uns Gott zuwenden müssen. Nur ist Gott keine moralische Instanz, sondern die Verdichtung von Geist. Religion – die Rückverbindung zum Geist – ist die Absicht, Bewusstheit zu schaffen. Dies kann nur aus einer Absicht heraus geschehen, weil das Universum selbst, sich in Richtung Auflösung bewegt. Wir denken nur, es würde sich etwas entwickeln, aber es entsteht lediglich neues Leben. In diesem Sinne ist das Universum eine Lebensmaschine, die ständig neues Leben hervorbringt um sich selbst zu erhalten.
Gruß
nemo