Die Krake und der Nahrungsmittelproduzent (Freie Themen)

Bär, Montag, 16.06.2014, 20:01 (vor 4243 Tagen) @ traumtaenzerin (2753 Aufrufe)
bearbeitet von Bär, Montag, 16.06.2014, 20:08

Moin Katja,


wenn das Ganze mal so einfach wäre.

Bio darfst du deine Produkte nennen, wenn du die Regularien irgend eines Zertifizierers erfüllst. Du zahlst also dafür, dass jemand auf deinen Hof kommt und sich die Lieferscheine zeigen lässt. Dann darst du ein Gewerbe anmelden und dem Finanzamt Rapport erstatten.

Nehmen wir das Fleisch. Das gleiche wie oben beim Gemüse aber du brauchst einen Schlachtraum. Natürlich mit Wasseranschluß, Fettabscheider usw. usw.. Und dann brauchst du den Kühlraum natürlich mit Strom (wie autark) betrieben. Inzwischen hast du einen mittleren Kleinwagen verbaut.

Dann musst du den Amtsveterinär kommen lassen. Der nimmt richtig Geld für seine Dienste. 25 Euro für ein Lamm. Du willst ja Nahrungsmittel in den Verkehr bringen. Also brauchst du den kleidsamen Stempel. Auch hier schreit natürlich der Bundesrollstuhlfahrer nach seinem fetten Anteil.

Ganz sicher wäre der Schnaps von der eigenen Wiese sorgsam gebrannt ein tolles Produkt. Aber dazu brauchst du erst einmal ein kleines Brennrecht. Und dann zahlst du Steuern, meldest den Brand an, erträgst natürlich die unangemeldeten Kontrollen (jederzeit) von Väterchen Staat welche höchst penibel sind, nicht, dass etwa ein Glas Marmelade in die Maische geschüttet wurde (Strafe sehr teuer wegen Zucker) oder ein paar Zwetschgen in der Apfelmaische sind die ja einen höheren Zuckeranteil haben.

Nun gut. Um das Ganze tragen zu können brauchst du dann Subventionen. Dann musst du Landwirt sein. Also zahlst du in die BG und natürlich auch in die Rentenkasse ein. Dann kommen die netten Herren, die dir sagen, dass du deinen Holzspalter nicht mehr benutzen darsft weil er der Verschrift 0815 nicht mehr entspricht und deinen alten Schlepper...das geht gleich gar nicht, der hat keine Überrollbügel.

Und dann gehts los. Die Kontrolleure kontrollieren was das Zeug hält. Du fährst auf einer Wiese öfters hin und her und schon sind diese 200 m2 ein Weg. Du hast aber Zuschuss für Wiese erhalten also ist das Subventionsbetrug. Also die letzten 5 Jahre zurück zahlen und eine deftige Strafe.

OK, verkaufen wir Milch. Natürlich kannst du nicht den Kühlraum mit Fleisch nehmen Also Kühlraum bauen. Die Küche muss neu weil alles in Nirosta sein muss. Und dann wird getestet und beprobt. Für 10 oder 20 l Schafsmilch am Tag kommt wohl kaum der Milchwagen her.

Ach, ich höre jetzt lieber auf sonst ärgere ich mich noch.

Zusammen fassend: Bevor du auch nur einen Krümel verkaufst von irgendwas hast du so viele Vorschriften zu erfüllen, dass es sich nur als Produzent von großen Mengen lohnt. Du bist nach EU Verordnung nämlich Nahrungsmittelproduzent und unterliegst der einschlägigen Gesetzgebung.

Die Vorstellung etwas mehr zu produzieren ist gut. Aber verkaufen dieser Produkte geht erst sinnvoll wenn die Kranke EU und ihre hiesigen Helfershelfer der Vergangenheit angehören.

Bärengruß

Edit: Den zweiten Kühlraum oben für Käse. Natürlich noch einen geregelten Edelstahlkühlbehälter für die Milch auch noch. Und wenn du es im Hofladen verkaufen willst natürlich eine Kühltheke. Auch mit elektrischer Energie


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