locker bleiben... (Schauungen & Prophezeiungen)

Ulrich ⌂, München-Pasing, Mittwoch, 20.04.2011, 21:00 (vor 5669 Tagen) @ Ton (4583 Aufrufe)
bearbeitet von Ulrich, Mittwoch, 20.04.2011, 21:08

Hallo Ton,

Ob Dir meine Sprache schmeckt, ist Geschmacksache.

na, na, ein Koch, der diesen Spruch bringt, hätte seinen Beruf verfehlt.

Honorarnote, weil sich WG ja ausdrücklich bedankt hat, `Viel Klarheit`, er war zufrieden mit Taurec.
Der Erklärung `unverdächtig` habe ich jetzt nichts anzumerken, dafür war mir Deine Anrede zu unfreundlich.

schade, ich versuch's nochmal:

Lieber Ton,

manchmal, z.B. bei Begriffen wie 'Täuschelei' oder 'Honorarnote', erschliesst sich meinem schlichten Gemüt nicht, was Du eigentlich meinen könntest, und um mich nicht in die unvorteilhafte Rolle desjenigen begeben zu müssen, der Dich darum bittet, Dich selbst zu kommentieren, damit auch ich verstehe, was Du meinst, wünsche ich mir mehr Klarheit, mehr Eindeutigkeit, weniger vage Andeutungen, weniger Redewendungen im Sinne von "aber darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen", "aber das würde zu weit führen", "dazu wäre noch einiges zu sagen, aber nicht jetzt" u.ä.
Ich mein's auch wirklich nicht 'böse', ist nur eine Bitte.

Jetzt würde mich aber schon auch Deine Meinung zum gegenst. Thema ein wenig interessieren?

Gerne:

Nach meinen Erfahrungen ist der Gegensatz "symbolhafte Traum-Elemente" gegenüber "konkrete Inhalte wie im 'realen' Leben" kein Kriterium, um vorab zu entscheiden, ob es sich um einen vorausschauenden Traum einer zukünftigen Situation handelt oder nicht. In der Rückschau haben sich mir symbolische Traum-Inhalte als thematische Verknüpfungen zum tatsächlichen Geschehen gezeigt, die man in der konkreten Anschauung eines Ereignisses leicht ausser acht lässt und übersieht, wären sie nicht bereits symbolischer Bestandteil des vorausschauenden Traums gewesen.

Deine Frage,

Besteht der Konsens jetzt darin, dass es schauungsrelevante `Traumgesichte´ gibt? Gesichte, deren Bedeutung unter >Umständen dem Empfänger selbst verborgen bleiben, deren Wichtigkeit für andere aber, möglicherweise in diesem
Fall, von einer zweiten Person erkannt oder gedeutet wurde, Stichwort Weltenwende.

kann ich nur für mich beantworten:
Nur Wenige sind in ihrer Lebensführung so sehr isoliert, daß vorausschauende Träume nicht auch Situationen enthalten können, von denen viele Andere betroffen sein können.

Die Einschätzung, ob ein Traum mit warnendem Charakter vom Träumenden als Hinweis auf zukünftiges Geschehen oder 'nur' als psychologische Verarbeitung seelischen Geschehens eingestuft wird, hängt meiner Meinung vor Allem von der Summe seiner eigenen bisherigen, als auch der ihm bekannten Erlebnisse der Menschen seines Umkreises ab. Somit also davon, was er für 'möglich', was er für 'wahrscheinlich', was er für 'realistisch' hält.

Ein pakistanischer Träumer, der Anfang 2010 weite Teile seines Landes überschwemmt sieht, würde das wohl als 'unrealistisch' abtun und zur Tagesordnung übergehen, noch mehr vermutlich ein mitteleuropäischer Träumer, wenn Elemente wie städtische Verwüstungen, Überschwemmungen weiter Küstenbereiche, militärische Auseinandersetzungen oder gar der Impakt von was auch immer Elemente des Traumes sind.

Ich halte WG's Bericht für lobens- und nachahmenswert, da der Träumende es aus den oben genannten Gründen schwerer haben dürfte mit der Einschätzung, was davon zu halten ist, vor allem, wenn er nur ein Fragment eines komplexen zukünftigen Geschehens träumt, als ein 'Aussenstehender', dem Träume ähnlichen Inhaltes anderer Menschen bereits bekannt sind.

Symbolisch erscheint mir, bei der "Suche am Boden" die Welle, die sich am Horizont abzeichnet, nicht aus den Augen zu verlieren. Außer in Küstennähe würde eher eine ansteigende Flut, nicht aber eine Welle beschrieben werden, vermute ich. Ebenfalls symbolisch verstehe ich die Anweisung "Dreh die mit dem Rücken zur Welle. Geh in die Knie und verschränke die Arme..." als die Aufforderung, sich nicht passiv treiben zu lassen, sondern sehenden Auges in die zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Richtung zu schauen, wohin einen die Welle tragen wird und sich dabei zu zentrieren, statt zu strampeln, wie 'die Anderen'.

Es fällt mir schwer zu glauben, daß in dem wiederkehrenden Traum sich ein innerer Konflikt ausdrückt, wie Hope für den zweiten Teil vermutet, angesichts der gehörten Stimme ""Hab keine Angst, es ist alles gut. Hab keine Angst. Was geschieht, muss geschehen."

Auch wenn - im meinen Augen - dieser Traum symbolisch zu verstehen ist, die Elemente "den Boden unter den Füßen zu verlieren", "passiv als Einer unter Vielen einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt zu sein", "bei der Fixierung auf das nächstliegende ('Suche am Boden') sich nicht rechtzeitig auf das sich bereits ankündigende Kommende (die 'Welle am Horizont') einzurichten" sind konkret genug, und der Traum-Charakter war 'konstruktiv' genug, und um ihn nicht mit einem "geh doch mal zum Arzt" abzutun.

Mein Fazit: Keine konkrete Vorausschau zukünftigen Geschehens, sondern eine persönliche 'Vorbereitung', im zukünftigen kollektiven Umbruch nicht die Orientierung zu verlieren. Deshalb, Danke für den Bericht, WG.

mit freundlichem Gruß
Ulrich


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