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Kolumbus (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Donnerstag, 02.06.2011, 01:09 (vor 5627 Tagen) @ Gerhard (3725 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 02.06.2011, 01:17

Hallo!

Kolumbus beispielsweise hat jahrelang "Informationen" über ein mutmaßliches
Land hinter dem Antlantik gesammelt (etwa bei einer Reise nach Irland, denn
da gab es wenige Jahre zuvor diese Fahrt der beiden Deutschen Pothorst und
Pining auf der alten Wikingerroute nach Vinland, und immer wieder wurden,
so liess sich Kolumbus auf Madeira erzählen, fremdartige Gegenstände
angeschwemmt ...). Und selbstverständlich hat sich Kolumbus in seinem Kopf
irgendwelche Vorstellungen über Amerika zurechtgezimmert - denn ohne
Vorstellungen geht es halt nicht. Wir können ihm doch nicht, wie Trace das
am liebsten wollte, mangelhafte Erfahrung vorwerfen! Glaube bezieht sich
immer nur auf das, was subjektiv noch nicht ist. Durchaus wichtig:
natürlich brauchte er als Seemann Kenntnisse und Erfahrungen. Aber um
Amerika zu entdecken, muss er es erst mal entdecken wollen, und er
mußte glauben, dass er es finden wird, weil es Amerika gäbe. Kolumbus ist
ein echtes Beispiel für Glauben. Genauer gesagt für notorischen Glauben

Meines Wissens hatte Kolumbus nicht den leisesten Hauch einer Ahnung von der Existenz Amerikas.
Aufgrund einer grotesken Unterschätzung des Erdumfangs, der seit der Antike in den korrekten Dimensionen bekannt war und von den Arabern im Mittelalter genauer bestimmt wurde, und einer Überschätzung der Größe Asiens im Osten wähnte Kolumbus dessen Entfernung nur wenige 100 Seemeilen groß.

So dachte er sich, sähe das aus:
[image]

Cippangu = Japan

Bis zu seinem Tode war er der festen Überzeugung, sich an der Ostküste Asiens bewegt zu haben.
Auf seiner vierten Reise segelte er an der mittelamerikanischen Küste entlang und war eigentlich auf der Suche nach einem Seeweg in den indischen Ozean, den es ja in Form der Straße von Malakka tatsächlich gibt, allerdings 20.000 Kilometer entfernt.

Insofern ist er ein Beispiel für notorischen Irrglauben, d. h. einer falschen Annahme über die Beschaffenheit der Welt, was dem Glaubenden selbst freilich nie bewußt wird, denn Skepsis untergräbt den Glauben durchaus. Sie wird - zumindest in Fällen wie diesem - also nur zugelassen, insofern sie dem Willen nicht widerspricht.

Gruß
Taurec

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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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