Hallo, lieber BB - ich weiß schon, dass Du es gut mit uns meinst: vielen Dank!
Wenn es aber nichts Schwerwiegenderes betrifft als geweihte Kerzenflammen, dann lass doch bitte der Welt ihren Glauben! Das macht jeder Arzt genauso: mindestens 30% aller "Heilungen" kommen durch den sog. Placeboeffekt zustande, von dem allerdings niemand weiß, was der nun wirklich ist und wie er überhaupt entsteht.
Obwohl nun schon Einiges hier zu den Kerzen gesagt wurde, ist die ganze Materie noch viel, viel "komplizierter". So müßte ich etwa demjenigen widersprechen, der hier behauptet hat, alle Kerzen seien gleich und würden außerdem die Luft "reinigen". Nicht ohne Grund hat die Normenkommission Spezifikationen für Kerzen, insbesondere für deren Rußverhalten erlassen (DIN EN 15426, daneben auch 15493/4), denn besonders bei Paraffinkerzen enstehen krebserregende Verbrennungsprodukte. Für längere Finsternisse würde ich in jedem Fall das irlmaiersche Bienenwachsstockl bevorzugen.
Irgendjemand hat hier auch geschrieben, das Magnetfeld der Erde sei während jener gewissen drei Tage (die der HERR uns ersparen möge!) so gestört, dass die natürliche Elektrizität aufgehoben sei. Nun, die Stromausfälle während der vermuteten Finsternis dürften einfachere Ursachen haben, aber es ist ein klein bißchen was Wahres an diesem Gedanken. Hinzu kommt, dass bei einer plötzlichen und massiven Staubbeladung der Atmosphäre sich elektrische Entladungen bilden. Man kennt das vor allem aus der unmittelbaren Umgebung von bzw. bei Vulkanausbrüchen. Diese Entladungen können so stark und ggfs. so frequenzspezifisch sein, dass dabei auch Kerzenlicht ausgeht. Inzwischen versucht man sogar, nach diesem Prinzip neuartige Feuerlöscher zu konstruieren:
http://www.welt.de/wissenschaft/article13104099/Feuerloescher-pustet-Flammen-mit-Elektrizitaet-aus.html
Ist also keineswegs sicher, dass dereinst jede Kerze brennen wird. Genügend Streichhölzer zum Wiederanzünden also bitte bereithalten. Und Geduld auch ...
Zarte Kerzenflammen sind extrem sensible Indikatoren für elektromagnetische Felder. Ich habe das bei Experimenten mit dem Keppe-Motor gesehen (ist so eine angebliche Freie-Energie-Maschine ...), der je nach abgestrahlter Betriebsfrequenz eine benachbart aufgestellte Flamme modulieren kann. Man könnte fast so weit gehen zu behaupten, eine Kerzenflamme könne das Denken und Fühlen der Menschen in einem Raum widerspiegeln. Und wenn ich mir's jetzt so überlege - denn die Weihe hat ja einen realen Hintergrund - , dann sollte ich Roland Plocher mal fragen, ob er nicht auch "beaufschlagte" Kerzen in sein Programm aufnehmen will.
OK - wenn Irlmaier also die Finsternis mit Donner und Blitzen beschreibt, so ist das (für mich wenigstens) ein Hinweis auf die Authenzität einer zugrundeliegenden Schauung. Denn Irlmaier hat Staubentladungen nie realiter erlebt und wohl auch nicht Berichte darüber gelesen. Skeptisch wäre ich aber in Bezug auf seine weiteren "Gebrauchsanweisungen", da hat er sich vielleicht manches mit seinem normalem Verstand hinzugedacht, möglicherweise auch Sätze aus der traditionellen Prophezeiungsliteratur zitiert, denn die Kerzen tauchen ja schon zwei Generationen vor ihm bei den franzöischen und italienischen Fräuleins auf.
Wir sehen bei den Kerzen äußerlich und materiell nur das Licht, aber es geht bei Kerzen, und ganz besonders bei den 3TF-Kerzen auch um das Gemüt und die Seele - wie ich in meinem vorangehenden Kerzenbeitrag versucht habe anzudeuten. Andere Seher und Seherinnen aus dem kirchlichen Bereich empfehlen für diese kritischen, dunklen Tage das Rosenkranzgebet, wobei der Mitgebrauch der Kerze, auch wenn nicht ausdrücklich erwähnt, hierbei eigentlich eingeschlossen ist. Möchtest Du uns das Beten verleiden? Die Tage der Finsternis, wenn es sie je geben sollte, werden für viele eine ziemliche seelischen Belastung sein. Ich verweise hierzu auf das Lindenlied und auf die Bemerkung einer zeitgenössischen Seherin, die ich Anfang des Jahres mal hier erwähnte.
Die Katholische Kirche hat ein sehr differenzierte "Kerzenlehre" entwickelt (§ 79 des Messbuches bietet nur die Grundlagen dazu), die offenbar einen realen Hintergrund hat, der wiederum ähnlich verstanden werden sollte, wie die eingangs erwähnten Erfahrungen in der Medizin. Möglicherweise wegen dieser "Effizienz" und weil das alles atmosphärisch so "zauberhaft" ist, wird das katholische Kerzenwesen heute in der Eso-Szene kopiert. Wer "Informationen" dazu will, kann diese den folgenden Büchern entnehmen und ggfs. seine "Erfahrungen" damit sammeln (die Anführungszeichen hier habe ich für Trace gemacht ...).
Richard Weigerstorfer, Kerzenmagie
Claire, Kerzenmagie
Roland Rottenfußer, Lichtvolle Rituale
Ich wollte zusammenfassend sagen, dass man nicht immer alles völlig zerreden und verunsichern muss. Kerzen, ganz anders als Nostradamusverse, sind etwas sehr Feines, Schönes und Natürliches. Und wenn die Weltenwende allgemein mit Kerzenlicht begänne, so fände ich das ausgesprochen romantisch ... Nach allem, was ich jetzt hier so gelesen habe, glaube ich fast, dass ich, wenn es einmal so weit kommen sollte, mir vorher doch noch schnell ein paar Kerzen kaufe (selbstverständlich nur mit dem Gütesiegel der bayerischen Wachszieherinnung!) und damit zu einem Priester renne. Haben nicht auch die alten Wikinger mit ihren Booten gesprochen, bevor sie mit ihnen in die See gestochen sind? Es gibt nichts Totes in diesem Universum. Alles lebt. Und will verwoben werden.
Glaubt Gerhard, allseits ein schönes Wochendende wünschend, zu wissen.
--------
"Es ist der tiefste Sinn des Lebens, sich in Wahrheit und Liebe für Gott zu verzehren, wie die Kerze in Licht und Glut." (Romano Guardini)
Ich habe das tiefste Sinn deswegen markiert, weil das Leben viele Sinne haben kann, eigentlich auch keinen unterstellten Sinn braucht, da es selbst schon Sinn genug ist. Aber der Mensch hat die Option und Freiheit, seinem Leben einen über die Natur hinausgehenden transzendenten Sinn zu geben. Er muss diese Option nicht nutzen, das ist jedem selbst überlassen. Nur darauf wollte Guardini hinweisen, wenn er im Vergleich mit anderen Sinnen hier von dem "tiefsten" - er hätte wohl auch sagen können "höchsten" - Sinn spricht. Ich habe übrigens lange überlegt, warum Guardini neben dem Kerzenlicht auch eine "Glut" erwähnt. Die Alliteration zu "Liebe und Gott" dürfte es allein nicht sein. Wer nun anfängt, bei Kerzenlicht zu beten, wird das Geheimnis ganz bestimmt irgendwann entdecken ...