Da gratuliere ich aber zu dieser glanzvollen Aufdeckungsarbeit und bin gleichzeitig tief beeindruckt, zum einen, wie abrupt sich doch bei einer Person (hi, Selly - hast Du jetzt einen Ghostwriter?) ein Sprachwandel vollziehen kann, und zum anderen über die detektivische Leistung (hi, Ulrich!), ein offenes "Geheimnis" zu präsentieren. Brav, gut gemacht!
Zur sprachlichen Vorliebe ist folgendes zu bemerken:
Wenn man schon keinen direkten Kontakt zu den Ureinwohnern eines Landes, sich aber mit ihrer Sprache zu befassen hat, greift man auf die bestmögliche Orientierung auf dem Gebiet zurück. Ich persönlich entschied mich da für Vorbilder wie Zweig, Rilke, Ernst, Jünger, den Landsmann Guardini (der immerhin in D. studierte und dozierte) und einige andere und eben - last but not least - Döbereiner, der sich - wie ich gerne zugebe - auf die gleichen Vorbilder bezieht.
Dass es jetzt auch eine Sprachpolizei in D gibt, ist mir allerdings entgangen. Damit war eher nicht zu rechnen bei der doch ziemlich verbreiteten Schlampigkeit im sprachlichen Umgang. Aber ich bin ja etwas weit vom Schuss, kriege damit auch nicht jede Strömung direkt mit, und außerdem ist meine eigene Umgangssprache eine ganz andere.
Das hat zwar alles wenig bis nichts mit der Foren-Thematik zu tun, scheint aber - so ganz nebenbei - recht amüsant festzustellen, wen und was man so alles zu mobilisieren bereit ist (hi, Gerhard!), wenn man sich nicht so recht "gewürdigt" fühlt. - Zum ausgesprochenen Vergnügen und wegen der Ähnlichkeit der Umstände eine kleine Leseempfehlung speziell für G.:
Heinrich Heine "Französische Zustände - Das Bürgerkönigthum im Jahr 1832", die Vorrede zur Vorrede. Keine Sorge, es sind nur einige wenige Seiten - Übertragung ist ausdrücklich erlaubt.
Mit Gruß
Mirage (trace hat 'ne Auszeit)