Denn ein Speicher, sei es der von Informationen oder auch Gedanken
ist nur auf materieller Ebene realisierbar.
Diese Aussage halte ich für extrem gewagt, eigentlich oder wahrscheinlich für falsch. Wobei sie durch den Zusatz "ist realisierbar" dann richtig würde, wenn Du damit meintest "derzeit durch Menschen". Nur meine ich, daß es darum (realisierbar durch Menschen) nicht geht. Da es meinen Fachbereich (Informatik) tangiert, breche ich schon wieder mein selbstauferlegtes Schweigen und gebe folgendes zu bedenken:
1) "Materiell" im strengen Sinne gibt es nicht. Nur "langsam schwingend". Von daher ist die entscheidende Kondition in Deiner Aussage schon mal hinfällig oder bedürfte der exakten Definition, wie Du sie meinst.
2) Unterstellt man "materiell" mal so, wie wir es (in unserer grenzenlosen Dummheit) kennen, dann halten elektro-magnetische Speicher ihre Daten zwar auf Materie, streng genommen aber immateriell, es sei denn man würde eine magnetische Ausrichtung als "materiell" bezeichnen.
"Informationen" im strengen Sinne sind wir heute noch nicht wirklich in der Lage zu verarbeiten. Wir bewegen uns immer noch auf dem primitiven, atomaren Niveau der Daten. Und es ist allein eine Frage der Definition, ob wir überhaupt verstehen und wissen, was "Informationen" denn sind. Ich behaupte Nein, wie verstehen es nicht.
Siehe die enormen Probleme, die Semantik von Sprache digital verarbeitn zu wollen.
3) Würde Deine Aussage stimmen, dann hätten "immaterielle" Geistwesen, die es ohne Zweifel gibt, keinerlei Zugang zu Informationen. Ohne dem wäre deren Existenz aber für mich nicht vorstellbar.
4) Außerdem: Wie sollte Intelligenz "immateriell" ohne Informationen existieren können?!
5) Ich behaupte mal ganz kühn, ohne es beweisen zu können, daß sowohl Informationen als auch Daten nichts anderes sind als Energie in einem bestimmten Aggregat-Zustand. Und deswegen per se immateriell, wahrscheinlich sogar ziemlich oder sehr hoch schwingend.
6) Diie Bibel sagt "Am Anfang war das Wort", wobei ich mal gelesen habe, daß der originale Begriff, der hier mit "Wort" übersetzt wurde, auch oder gar primär die Beudeutung von "Gedanke" hat. Deswegen erlaube ich mir, diese Übersetzung als nicht optimal anzusehen. Besser müßte es m.E. heißen: "Am Anfang war der Gedanke" (....und wurde zum Wort).
Wie sollte ein Gedanke (oder denn Wort, wenn dem Leser lieber) ohne Informationen existieren! Das ist mir unvorstellbar.
Ergo müssen wir m.E. annehmen, daß Informationen sehr wohl oder sogar primär "immateriell" existieren. Nur entziehen sich die Gründe, Fakten etc. unserem begrenzten Verständnis.
Daraus entwickeln sich ein paar interessante Fragen, z.B. die woher die Informationen und auch das Wissen stammen, die ein Mensch "einfach so hat", z.B. aus Intuitionen (siehe hier oben im Faden). Diese stammen nach unserem Beurteilungsvermögen und Wissen sehr oft eben nicht aus "materiellen", über die physischen Rezeptoren unserer Sinne wahrgenommenen Informationen.
Oder: Wo ist das Materielle am Informationsaustausch zwischen zwei Menschen, die sich kennen, sich tief in die Augen schauen und "wissen", was der andere meint, denkt, fühlt?!
Nein, ich behaupte: Information ist per se immateriell!
Gruß
DerBerliner