Zu Spengler und "Anschauung" (Freie Themen)

rauhnacht, Mittwoch, 13.09.2017, 20:57 (vor 3059 Tagen) @ Leserzuschrift (2896 Aufrufe)

Hallo,
eigentlich finde ich es reichlich heikel aus solch Fragmenten Persönlichkeit zu beurteilen und warum in den Buchbesprechungen Spengler als (nach außen?) „Machtmensch“ benannt wird, versteh ich sowieso nicht so auf Anhieb.
Dann kam mir der Gedanke zum Enneagramm. Kommt aus dem Sufismus, in Übersetzung zu Kulturwelten und sicher auch Vermatschung fand ich das Buch von Richard Rohr und Andres Ebert für mich das Beste. Mir als bekennende Acht, nach etlichen Wirren, und das als Frau---uhhhh, ist solch inneres Leiden nah, aber auch die schonungslose ANSCHAUUNG, die durchaus wundersame Blüten treibt innen und außen – getrieben von Gerechtigkeit und ach je „Wahrheit“.
Nicht besser oder schlechter wie andere Typen, eben nur anders in der Differenzierung und Gewichtung. Es versöhnt sehr, zu erkennen, dass Andere schlicht andere Wege gehen, in ihrer Gewichtung , Fähigkeiten und Versuchungen.

Zudem meine ja nun just ich, die Spengler schätzt, dass es -----danach durchaus in der Entwicklung weitergeht und nach dem Untergang auch für unsere Kultur die nächste Phase ansteht. So nach etlichen Zeiten und gewisslich nicht im Leben eines Menschen.
Dies faustische ist Pubertät und ein unabdingbarer Entwickungsschritt. Im Abendland ging dies einher mit tiefen Erkenntnissen und unglaublichem Voran – Drängen.
Die „Erschlaffung“ , ziemlich typisch für ähm Pubertätsüberwinder? machts im Weltspektakel nicht eben einfach. Da kommen dann die Imperatoren, analog vergleichbar mit z.B. dem ersten Chef nach dem Studium so mit 20 plus, und sagen, wo es lang geht. Mensch fügt sich, denn die Kraft des Voran um jeden Preis hat er nicht mehr, die erwachende abwägende Vernunft lässt ihn zögern, der Sturm und Drang ist vorbei.
Der macht sich auf den Weg ein Nest zu bauen, da legt man sich nicht mit Tigern an. Ahnungsvolles Dämmern von Verantwortung und Sicherheit umwabern ihn und die Unbegreiflichkeit, wie das in einer Welt des tollkühnen Irrsinns gehen soll, lässt ihn klein werden. Es graut ihm vor den Initiationsriten und dem symbolischen Sterben und er ahnt, dass dieser Schritt nicht in seiner Macht liegt. Anderes bestimmt diesen Moment und so wartet er....................

So irgendwie "ändern" mit freundlichen und eben nicht so schrecklich faustischem Erkennen und Durchleiden lässt sich der Abschnitt dazwischen aber m.A. nach nicht.

Freundliche Grüße
Rauhnacht


Gesamter Strang: