trace alias Mirage (Schauungen & Prophezeiungen)

Ulrich ⌂, München-Pasing, Samstag, 23.07.2011, 04:47 (vor 5576 Tagen) @ Selly (2149 Aufrufe)

Hallo Selly,

gratuliere Dir zu Deinem Scharfsinn.
Mir ist - unabhängig von der zeitlichen Abfolge der Beiträge - die Ähnlichkeit der Formulierungen ebenfalls aufgefallen.

<ironie>
"trace" = "die Spur" (nicht verwechseln mit dem Namen "Tracy")
"Mirage" = französisches Kampfflugzeug, aber auch dreirädriger Kleinstwagen)
</ironie>

Der von mir vermutete Hintergrund von Trace's / Mirage's beharrlichen Anfeindungen:

Gerhard, dessen Beiträge ich (trotz ihrer Länge) schätze, lässt gelegentlich einfließen, daß er sich intensiv mit geschichtlichen Rhythmen und Astrologie beschäftigt.
Wolfgang Döbereiner, ein Münchner Astrologe, hat in den 50'er Jahren eigenständig ein geniales Deutungssystem (Münchner Rhythmenlehre) entworfen, in diesem Zusammnhang eine klare Terminologie entwickelt, und wurde in den letzten Jahrzehnten von zahlreichen Plagiatoren ebenso dreist wie konsequent ge-guttenbergt.

Als Folge davon hat sich unter einigen seiner Schüler eine mir seltsam anmutende Geisteshaltung breitgemacht:
Wo auch immer der Begriff "Rhythmen" im Zusammenhang mit Astrologie auftaucht, nimmt ein selbsternannter Sprach-Polizist eigenmächtig die "Ermittlungen" auf, was nicht selten von heftigen persönlichen Anfeindungen begleitet wird.

Aufhänger ist dann die jeweilige Verwendung von Schlüsselwörtern, deren Bedeutung und Verwendung der Sprach-Polizist - nach seinem Verständnis - durch Döbereiner fest- und vorgeschrieben sieht, um den Nachweis führen zu wollen, daß deren angeblich falsche Verwendung das unterschwellige oder absichtliche Ergebnis zeitigt, Andere zu verwirren oder zu manipulieren, was es zu bekämpfen gilt.
Wer die Terminolgie nicht kennt, steht diesem Vorgang recht hilflos gegenüber, dem Fanatismus kann man nichts entgegensetzen, Argumentation ist überflussig.

Grund für dieses Phänomen mag zum einen sein, daß Döbereiner sowohl mit seinem genialen Sinn für die Bedeutung von Worten und Sprache, als auch mit einem ausgeprägten Gespür, woran deren Mißbrauch zu erkennen ist, insbesondere die "Verwirrten" anzieht, von denen nicht Wenige nach ihrem ersten eigenständigen Denk-Erlebnis zum fanatischen Apostel mutieren.
Zum Anderen scheint der Wunsch zu bestehen, im Wissen darum, daß man bislang ja zu "Denen" gehörte, denen Döbereiner's teilweise ätzende (m.E. berechtigte) Kritik gilt, nun sich selbst und Anderen seine "Bekehrung" und Solidarität zu beweisen, indem man fanatisch dort gegen Jeden zu Felde zieht, wo man die Prinzipien seines Lehrers mißachtet sieht.

Wer sich's also nicht verderben möchte, kommt nicht umhin, sich im Umgang mit Worten wie "Vorstellung", "Information", "Glaube", "Funktion", "Ursprung", "Bewusstsein", "Bewusstheit" an die - vermeintlichen - Vorschriften zu halten, sonst mündet es in einer oberlehrerhaften Zurechtweisung mit erhobenem Zeigefinger und/oder Speichelfluss.

Meine Empfehlung: Kritik aus dieser Ecke ignorieren, wo sie kein Echo findet, läuft sie sich tot. Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt. Mit jeder Erwiderung läuft man Gefahr, sich einer weiteren "falschen" Verwendung eines Schlüsselwortes schuldig zu machen, was den Sprach-Polizisten in seinem Fanatismus bestärkt.

Und: Man sollte sich nicht von den seelischen Störungen einiger M.R.L.-Schüler davon abhalten lassen, sich mit Döbereiner's M.R.L. zu beschäftigen, eine Auseinandersetzung mit dessen Sichtweise zu den Themen Zeit, Wahrnehmung vs. Schauen vs. Fühlen vs. Denken, geschichtliche Abfolge von Ereignissen u.v.m., ist es Wert.

Gruß
Ulrich


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