Christopher Robinson gilt in England gegenwärtig als der bekannteste "PSYCHIC". Er arbeitet seit über 20 Jahren regelmässig mit der Polizei und den "Diensten" zusammen, seine Fähigkeiten wurden in den USA und Japan in verschiedenen Experimenten untersucht. Er hat in TV-Shows mehrfach sein Talent unter Beweis gestellt, inzwischen gibt es über ihn sogar einen Film "Premonition Man". Seine Webseite, auch wenn sie etwas unübersichtlich und ihr Verlangen nach "publicity" spürbar ist, enthält sehr viele interessante Informationen rund um das Phänomen der Traum-Präkognition. Denn zu Chris kommt "das Wissen" ausschließlich im Schlaf. Er ist bei seiner Arbeit inzwischen so routiniert, dass er sogar im Schlaf "mitschreibt", also während der Traumschauung stichwortartige Notizen und Symbole kritzelt, die ihm später als Stütze bei der Erinnerung dienen.
http://www.dream-detective.com/index.html
In einem seiner Artikel setzt er sich mit der Ignoranz und Dummheit der PSI-Forscher auseinander, von denen er ja eine große Anzahl kennengelernt hat. Er schreibt dabei folgende, m.E. sehr wichtigen Sätze:
One so called “experienced experimenter” could not understand that psi shows up most where there is some emotional energy. He did not realise that it is more likely that a psychic would pick up clues at a murder scene than to a card drawn from a new pack of playing cards. So why is it that these stupid scientists cannot see that some sort of emotional energy is what most psychics seem to be able to detect, why do they expect psychics to know what card from a pack will be turned over next. I can assure you that where there is a strong emotional energy the psychic will obtain most information. So if your expecting strong psi results from experiments where there is no strong emotional link, do not be surprised if the results are poor or negative.
Mit Hilfe diese Aussagen möchte ich einen Begriff präzisieren, der von Detlef verwendet wurde, wenn er sagt, Schauungen würden nur von wichtigen Dingen handeln.
Der Begriff "wichtig" ist ein Urteil, das vom Seher gefällt wird, meist im Zusammenhang mit einer Selbsteinschätzung seiner eigenen Lage oder des Gegenstandes der Schau. So ausgedrückt wird aber der zugrunde liegende Vorgang, der wiederum sehr viel über die "Natur der Schau" aussagt, nur verdeckt.
Zwischen dem, der sieht, und dem, was gesehen wird, gibt es offenbar eine energetische Beziehung. Je intensiver und konzentrierter die Beziehung ist, desto besser der Kontakt und desto hochwertiger der Austausch (bezeichnen wir ihn provisorisch einmal als Informationsaustausch). Dabei kann die Intensität zum einen gesteigert sein auf Seiten des Sehers (das Spektrum reicht von einem einfachen Interesse über besondere Motivation bis hin zu einem starken seelischen Druck, im schlimmsten Falle zur Angst um das eigene Leben). Aber die Intensität kann auch gesteigert sein auf Seiten des gesehenen Ereignisses. Wenn in New York zwei Wolkenkratzer einstürzen, dann ist offenbar mehr emotionale Energie "in der Luft" als an einem normalen Verkehrstag, und das Ereignis kann deshalb "besser" bzw. schärfer bzw. überhaupt erst wahrgenommen werden. Wenn ich sage "das Ereignis", dann ist das wahrscheinlich falsch ausgedrückt. Es dürfte eher so sein, dass die menschliche seelische "Energie" (Aufregung, Not, Lebensangst) wahrgenommen wird, die durch das Ereignis ausgelöst wurde. Die Hellseherin Gabriele Hofmann sagt in dem zitierten Interview, dass sie sieht, wie ihre Kunden künftige Ereignisse selbst erleben. Nicht dass ich abstreiten würde, dass man Ereignisse auch ganz normal, quasi objektiv sehen kann. Aber wenn in der Antarktis ein noch so großer Eisberg abbricht - und kein Mensch wird davon betroffen, dann wird so etwas in der Regel nicht "gesehen". Hinter dem "wichtig" steckt also emotionale Betroffenheit von Menschen.
Es ist nicht so, dass die PSI-Forscher das nicht wüßten. Ihre Aufgabe ist es, die beteiligten Faktoren zu differenzieren. Sie beginnen mit lustlosen Studenten, die irgendwelche langweiligen Karten identifizieren sollen. Dann werden anstelle neutraler Karten nun Bilder von attraktiven Männlein und Weiblein genommen, dann wird der Versuchsleiter ein Feedback über die Erfolgsquote geben usw. usw. - die neuesten Forschung zur Telepathie arbeiten deswegen auch nicht mehr mit Personen, die sich nie kannten, sondern geben den Versuchspersonen Gelegenheit, sich gegenseitig näher kennenzulernen. Man steigert gezielt die emotionale Komponente, damit man ihren Einfluss abschätzen kann.
Damit kommt ein zweiter, sehr wichtiger Gesichtspunkt ins Spiel. Neben der energetischen Beziehung dürften auch inhaltliche Beziehungen sich auf die Qualität der Schau auswirken. Je größer die Ähnlichkeit zwischen der Seelenlage des Sehenden und der Seelenlage dessen ist, der künftig in ein Ereignis involviert sein wird, desto besser dürfte wiederum der Austausch inhaltlich sein. Noch weiter getrieben: Schauspieler müssen in der Lage sein, sich in eine Figur emotional hinein zu versetzen. Vielleicht sind "gute" Hellseher eben eher in der Lage, sich in das Seelengefüge einer Person, die vor ihnen steht (ob in der Gegenwart oder der Zukunft) hinein zu empfinden.
Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen. Ich habe mich oft gefragt, warum ich eine Schau gerade an diesem und jenem Tag hatte, egal wie weit zeitlich entfernt nun das künfitge Ereignis war. Oft sagt man, dass je näher das Ereignis bereits ist, man umso genauer sehen kann (es gibt hierfür viele Belege). Andererseits gibt es aber auch eine Resonanz zwischen der Stimmung und Gemütslage, die man einem bestimmten Tag hat, und einem möglichen Ereignis in der Zukunft. Und je mehr die beiden Gefühlslagen dann übereinstimmen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man ein ähnliches Ereignis in der Zukunft "entdecken" und "erkennen" kann. Es war Prof. Bender, der diesen Zusammenhang bereits in den 60er Jahren anhand dem Tagebuch der Schauspielerin Christine Mylius herausgearbeitet hat [The Gotenhafen case of correspondence between dreams and future events.Int.J.Neuropsychiatry. 1966 Oct;2(5):398-407)]. Je mehr ich mich mit dieser Materie beschäftige, desto größer wird mein Respekt vor Prof. Bender.
Stehen nun diese Befunde in Widerspruch zu der These, dass bei der Schau die normalen Sinne abgeschaltet sind? Wie kann denn seelische Energie und seelische Nähe vermittelt werden, wenn der Körper im Koma liegt und alle Leitungen "tot" sind? In der Tat gibt es hier ein Paradox. Oder ist vielleicht gerade dadurch, dass alle anderen alltäglichen Lebensprozesse eingeschränkt sind, die Seele nun viel näher bei sich selbst, kann sich freier bewegen, kann anderes - und auf ganz anderen Wegen - nun wahrnehmen? Denn sie muss sich nun nicht um diese oder jene Sinneswahrnehmungen, um Gemüts- und Körperbewegungen oder Denkakte kümmern? Für mich bleibt dennoch ein gewisser Widerspruch.
Viele PSI-Forscher sind aufgrund dieser Zusammenhänge und Beobachtungen zu der Auffassung gekommen, es gäbe ein eigenes PSI-Kraftfeld und eine eigene PSI-Energie. Ich selbst bin hier skeptisch und glaube, dass die Begriffe ENERGIE oder KRAFT, wie wir sie aus der Physik kennen, in diesen Bereichen nicht wirklich passen. Möglicherweise ist es so, dass je größer die Ähnlichkeit zwischen zwei Dingen ist, sie sich umso mehr gegenseitig annähern und austauschen können (das Prinzip der Resonanz). Dabei spielen die beteiligten Energien überhaupt keine Rolle mehr. Denn die Ähnlichkeit liegt in der Konfiguartion (Information), sie ist völlig von inhaltlicher oder geistiger Natur. Die Seele ist die eine Sache, aber die Inhalte und Bewegungen der Seele und ihr Bau und ihre jeweilige Individualität sind rein geistiger Natur. Es berühren sich deshalb niemals nur die Seelen, sondern geistige Gestalten - mittels der Seelen.
Ich wollte also sagen: was Chistopher Robertson als "emotional energy" (seelische Energie) bezeichnet, ist in Wirklichkeit zu guten Teilen eine geistig-inhaltlich Resonanz, die als Intensität zwar erfahren wird, aber nicht als physikalische Kraft aufgefasst werden darf.
Übrigens darf ich noch erwähnen, dass Christopher Robertson als Kind eine schwierige Herzoperation hatte. Der Begriff "major cardiac surgery" schließt nach meinem Wissen einen künstlichen Herzstillstand ein (da man ja schlecht eine sich bewegende Herzklappe etc. "bearbeiten" kann). Tatsächlich ist es nach meinen eigenen Recherchen, Überlegungen und bescheidenen Erfahrungen nicht der "Gehirntod", der bei Nahtoderlebnissen die entscheidende Rolle spielt, sondern es ist die Wegnahme jenes Funkens, der den Herzschlag generiert. Da ich aber bereits wieder zu lange geschrieben habe, breche ich an dieser Stelle besser ab und warte auf eine günstigere Gelegenheit, mehr über das Herz zu erzählen. Und außerdem muß ich ja noch einige andere Beiträge beantworten - ich hoffe, ich komme im Lauf des Wochenendes dazu.
G.