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Herzliche Grüße aus Babylon! (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier, Montag, 12.05.2014, 20:03 (vor 4552 Tagen) @ Amselkönig (5781 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Montag, 12.05.2014, 20:30

(Petrus, beispielsweise, der lebte hinfort in Babylon...)

> Wie kommst Du darauf?

Hallo, Amselkönig!

Obgleich nicht Forumsthema, möchte ich doch
wenigstens ansatzweise Deinen Bildungshunger stillen.

Bis ins vierte Jahrhundert hinein unterschied sich der Bischof in Rom
in keiner Weise von den anderen Bischöfen im römischen Reich.
Und schon gar nicht, hatte er sich damals gotteslästerlich bereits den Titel
"Heiliger Vater" zugelegt ... Jesus fährt da mal Einen
ganz saugrob an, als der ihn auch nur mit "Meister" anredet!
Auch den heidnischen Titel des "Pontifex Maximus"
hatte er da noch nicht usurpiert.
Im Rahmen der erbittert geführten Kämpfe mit den anderen
Bischöfen verfiel er schlußendlich auf die schräge Behauptung,
Petrus wäre ja wohl doch in Rom gewesen.
Möglicherweise hat allerdings Paulus (!) in Rom gelebt.
Leider, leider wissen wir davon aber praktisch rein gar nichts. :-D

Nun ist es aber so, daß Petrus und Paulus ganz erbitterte
Feinde waren. Paulus wagte sich nur einmal nach Jerusalem,
und dort fährt ihn Petrus saugrob an, was für einen
hahnebüchenen Schwachsinn er predige, er selber sei doch
mit dem Herrn gewandelt und habe von derlei nie etwas gehört.
Woraufhin - er fürchtete offensichtlich um seine Zähne -
Paulus des nachts aus Jerusalem entwich und sich dort
vorsichtshalber nie wieder hat blicken lassen.
(= Apostelgeschichte)
Bei Beiden in Rom, hätte Einer nicht die erste Woche überlebt!
Nach dem Untergang Jerusalems war nun die Bahn frei
für die Fabeleien und kruden Ideen, die sich Paulus
aus den Fingern gesogen hatte:
Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn Kirchenfürsten,
denen das alles natürlich bekannt ist, Gotteshäuser
recht gerne ausgerechnet auf Peter&Paul taufen. :rotfl:

Weiter:
Nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar, 597 „vor“,
führte dieser einige Dutzend Familien der Jerusalemer Oberschicht
als Geiseln nach Babylon mit sich, woraus sich die Juden
später eine „Babylonische Gefangenschaft“ erdichtet haben.
Als Kyros II. 58 Jahre später das babylonische Reich
besiegte, hätten sie wieder nach Jerusalem zurückkehren
können, jedoch waren sie dort voll ins Bankgeschäft eingestiegen,
sie hielten sich Sklaven, besaßen Ländereien, und so kam es,
daß ein großer Teil der Juden
- öffentlich laut jammernd und klagend -
denn doch viel lieber in Babylon verblieb
und dort eine bestens florierende jüdische Gemeinde darstellte:
Noch heute leben da deren Nachkommen!
Zu denen – seinen Stammesgenossen – setzte sich Petrus ab,
schrieb von dort auch einen der beiden Briefe, die in der Bibel abgedruckt
sind (der andere ist eine Fälschung, um spätere Kirchenargumente
zu untermauern) ... und den unterschrieb er mit:
„Es grüßen Euch zu Babylon ...“ ... was dem Bischof in Rom
natürlich insofern reichlich ungelegen kam, weil Petrus
eben in Rom zu sein hatte...sonst wäre das mit dem
Papst in Rom als Nachfolger Petri vielleicht nämlich nichts geworden.
Weswegen man auf die Idee verfiel, Petrus hätte mit
„Viele Grüße auch, aus Babylon.“ eigentlich doch wohl gemeint:
„Viele Grüße auch, aus Rom.“

Insofern schließe ich mit:
Viele Grüße auch, aus Bayern!
BB
(Damit ist kann selbstverständlich nur
beispielsweise Uganda gemeint sein,
wo ich stattdessen als völlig Unbekannter ganz heimlich lebe!)

―
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."


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