Re@Oberberger: Umlaute (Schauungen & Prophezeiungen)

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Mittwoch, 14.05.2014, 19:54 (vor 4550 Tagen) @ Oberberger (5217 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Mittwoch, 14.05.2014, 20:00

Hallo Oberberger!

"Hallo Eyspfeil!
Tja, da muß ich Dich leider enttäuschen....
Zur Sicherheit habe ich nochmals in meinen alten Büchern nachgeblättert. Zum Beispiel Goethes Reisen durch Italien von 1829. Dort ist überall ä, ö und ö zu lesen, nur die Großbuchstaben Ä, Ö und Ü sind da in der dort benutzten Fracturschrift noch in Ae, Oe und Ue beschrieben. Correcterweise sind bei den Umlauten in Fractur nicht etwa die falschen Doppelpunkte, wie heute, über den Buchstaben, sondern das e wird als klitzekleines e obendrüber geschrieben, was ich hier aber nicht darstellen kann."

Stimmt, las ich gerade nach. Ab dem 17.Jahrhundert wurde das kleine "e"
über die Vokale geschrieben, von welchem später die kleinen Striche
übrigblieben. Aber vielleicht wurden diese erst 1901 in den Duden übernommen,
als Norm? Obwohl sie schon früher im Umlauf waren, wie Du sagst 1829
in Goethes Reisen? Aber es würde bis heute niemand auf die Idee kommen,
Goethe "Göthe" zu schreiben, und damals auch schon nicht.
Halt, stimmt nicht: Der neue Kinofilm "Fack ju, Göthe".

"Computer sind halt doof!"

Dagegen sind wir so furchtbar schlau?
Beweise? Versuch mal, gegen ein Profi-Schachprogramm zu gewinnen.
Selbst Kasparow mußte am Ende passen gegen den Rechner.
Das Gehirn arbeitet auch als Datenautobahn, nur mit völlig
anderen Algorythmen, welche noch nicht erforscht worden sind.
Die Wissenschaftler erforschen gerade das Hirn einer Maus,
was mindestens noch fünf Jahre dauern wird, vielleicht Jahrzehnte.

Falls Du übrige Zeit hast, kannst Du mitforschen - mithilfe des Online-Spiels
"eyewire"

"Computer sind halt doof!" Dies ist ja in der spitzen Schreibschrift Current oder Sütterlin nicht anders! Es sind nämlich KEINE Punkte über den Buchstaben sondern vielmehr zwei parallele Strichelchen, also wie hier die ", die vereinfachte Form des kleinen e', welches ja eigentlich wie eine zu eng zusammengeschriebene, kleine 11 aussieht. In der alten Current aus dem 19. Jahrhundert wird aber generell Ä, Ö und Ü benutzt; ebenfalls mit den beiden Strichelchen. Einen Punkt giebt es nur auf dem i - nicht auf den Umlauten, das sind Strichelchen!..."

Im Netz kann man sehr viele Schriften herunterladen,
bloß sollte man sie auf Viren prüfen.:schief:
Und falls Du Deiner gesuchten idealen Schrift nicht
fündig wirst, liegt es an Dir,
eigene Schriften zu programmieren.

"Krem, statt Crème - warum dann nicht gleich Lautsprache wie Früschtüxai anstelle von Frühstücksei! Aber wir arbeiten ja dran: Majonnäse, Portmonnä oder Fotograf, Delfin oder Remulade."

Eyskraem und Bebe-Krem! *duck und wech* Klar, aber Engländer
und Franzosen bildeten importierte Wörter auch zu
"ihren Gunsten" um. Obwohl im Englischen ständig neue Wortbildungen
entstehen, halten sie bis heute an ihrem altmodischen "Photo" fest,
während wir Deutschen nur das "Foto" im Duden haben.


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