Schlüssel, Schlösser, Bärte (Schauungen & Prophezeiungen)

Gerhard, Dienstag, 21.06.2011, 10:37 (vor 5608 Tagen) @ Heron (3326 Aufrufe)

Hallo, Heron - ganz herzlichen Dank für Deine Antwort!

In der Schlüsselfrage bin ich nicht kompetent, aber sie interessiert mich aus einem anderen Grund: offenbar hat Nostradamus (nach seinem eigenen Anspruch sowie von bereits "entschlüsselten" Versen her gesehen) etwas gefunden, das ihm ermöglicht Schauungsinhalte auch zu "datieren".

Die Ewigkeit kennt keine Zeit und keinen Kalender - alles ist dort sowohl gleichzeitig wie auch immerwährend. Und alles, was ist, was je war und je sein wird, ist dort versammelt. Aber wenn die Ewigkeit sich in zur Wirklichkeit ausdrücken will, muss sie sich den Gesetzen der Wirklichkeit unterwerfen - und diese Gesetze sind selektiv und lassen nur Sukzessionen - eins nach dem anderen - zu, die wiederum bestimmten Regeln folgen müssen. Ein Teil dieser Regeln hat zyklische Struktur.

Ich nehme daher an, dass Nostradamus mindestens diese zyklische Komponente gefunden hat. Denn nur so lassen sich die Ereignisse auf den gewöhnlichen Kalender projizieren, der ja selbst zyklisch ist. Nostradamus, wenn das wahr ist, was er verspricht, war somit nicht nur ein hervorragender "Schauer", der seine "schauende Aufmerksamkeit" gezielt auf ausgewählte Gegenstände richten konnte, sondern er hat darüber hinaus vielleicht einen Weg gefunden (was fast alle anderen "Seher" nicht leisten können), die zeitliche Sukzession der geschauten Ereignisse zu erkennen.
Das heißt: ich wünsche mir, dass so viele Forscher wie nur möglich sich um den "Schlüssel" des Nostradamus kümmern, sich dabei beschimpfen oder gegenseitig helfen - wenn sie ihn nur am Ende finden. Und zwar mit Bart. Aber dann würde für mich das Nachdenken erst anfangen ...

Ich darf jedoch bitte auf zwei Fragen zurückkommen, deretwegen ich diesen und den parallelen Gedankengang zu Nostradamus (TESSIN)begonnen hatte:

Könnte man die Reihe, die Peter Kubina zu Napoleon veröffentlicht hat, als "bestätigte Voraussagen" ansehen? Aus Deinen Worten lese ich eine gewisse Zustimmung heraus. Eine solche Einschätzung würde natürlich immer unter dem Vorbehalt stehen, dass die einzelnen Verse richtig "interpretiert" wurden. Das ist ja das besondere Problem, das Nostradamus dem Leser auferlegt. Die Frage präzisiert sich also: hat Peter Kubina nach Deiner Einschätzung "glücklich" interpretiert und damit die Voraussagen bestätigen können?

Die andere, viel wichtigere Frage, die mich umtreibt: kann man die Voraussagen zu CHYREN auf die Person beziehen, die in der deutschen und katholischen Tradition als "der große Monarch" bezeichnet wird? Nostradamus scheint von dieser geschichtlichen Gestalt besonders beeindruckt gewesen zu sein (CHYREN taucht ja sogar in den Almanachen auf). Denn wenn die beiden identisch wären, also Chyren=Monarch, dann könnte uns Nostradamus eventuell Materialien an die Hand geben, den Lebensweg Chyrens (und damit einige Ereignisse der Weltenwende) nachzuzeichen bzw. vorherzuzeichen. Dabei mag es Quatrains geben, die sich auf Chyryen beziehen, ohne dass er darin genannt wird (und wir würden sie daher nicht zuordnen können), aber die restlichen Puzzlesteine könnten vielleicht genügen, ein ungefähres Bild doch zu erhalten. Natürlich bräuchte man sich dieser Mühe nicht unterziehen, wenn man von vorneherein das Gefühl hat, dass CHYREN eine Figur des 25. Jahrhunderts n.Chr. ist.

Danke und Grüsse, Gerhard


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