Wie lange hält der Euro? (Schauungen & Prophezeiungen)

Gerhard, Donnerstag, 30.06.2011, 16:25 (vor 5598 Tagen) @ Gerhard (3802 Aufrufe)

Gestern Abend war ich auf dem monatlichen Treffen der Freie-Energie-Gruppe. Zum Schluß der Diskussionen kam das Gespräch auch noch kurz auf die aktuelle wirtschaftliche und finanzielle Lage. Ein Teilnehmer malte das Ende des Euro an die Wand. Ich hab's inzwischen aufgegeben, bei solchen Gelegenheiten was zu sagen, denn mit meiner Meinung, dass der Euro bleiben wird, mache ich mich nur unbeliebt und lächerlich. Irgendwie ist das Ende des Euro offensichtlich schon eine Mehrheitsmeinung, und der SPIEGEL hat ja bekanntlich letzte Woche bereits einen Nachruf verfasst.

Heute morgen nun blätterte ich in dem Buch "Zukunftsvisionen" von Bernt Schnettler (Konstanz 2004) und finde da folgende kleine Schauung:

"Ich lauf durch meine Heimatstadt, ich lauf durch die Straßen, ich sehe im Grunde genommen keine Menschen, ich seh kein Auto, ich hör kein Geräusch, es is alles wie wie tot und leblos [hustet] ich geh in Häuser rein, ich seh [mich] also jetzt noch in den Straßen laufen wunder mich: was is' hier eigentlich? tot, alles tot ... ja, geh in de Häuser rein, da steh'n Tasen auf den Tischen, in der Küche steh'n die Töpfe auf dem Herd, des is aber alles kalt, es is aber kein Mensch da, sieht aus wie wenn die Menschen fluchtartig die Stadt und die Häuser verlassen haben, ich geh dann raus aus der Stadt, ich geh über die Felder, ich schau zurück, ich seh meine Stadt, die sieht genauso aus wie früher, aber doch is alles anders, ja."

Bernt Schnettler hat 1999 zwanzig Personen aus dem Raum Südwestdeutschland/Nordschweiz interviewt. Der obige Text gibt eine von drei Visionen eines Mannes wieder, die anderen beiden bringe ich nachstehend. Interessant ist nun folgende Zusatzangabe von Schnettler: beim Gang durch die verlassene Stadt habe der Visionär (also in seiner Vision) auch eine Bank betreten und dort Geldscheine liegen sehen, die er nicht gekannt habe. Der Mann hatte die Vision vermutlich in den frühen 90er Jahren, denn es kam darin auch ein Auto vor, das er zunächst nicht kannte, später aber als einen Ford KA identifizieren konnte, und die Geldscheine erkannte er erst, als die Scheine des Euro herauskamen. Es könnte also sein, dass die sogar noch rumliegen, wenn die Welt schon untergegagen ist ...

Die zweite Vision geht so:

"Ich seh' hier'n totales Chaos, es is dunkel, es is also stockdunkel, und nur die Straßenlaternen flimmern so leicht. Äh- ich seh die Menschen laufen, ich geh auf'n Mann zu, will den fragen: was is' hier eigentlich los? Der weicht mir aus, rempelt'n kleines Mädchen um. Das Mädchen fällt auf die Straße, des Mädchen wird vom LKW überrollt, also ich seh' das alles noch sehr, sehr bildlich. 'Ne Frau rennt zu dem Kind, schreit, weint, macht, und plötzlich seh' ich vom Horizont her en ganz helles Licht. Also's is wie wenn die Sonne untergeht, nur so 'ne Aura und seh dieses Licht, das das immer näher kommt, ich geh runter zum See, schau rüber, seh' helle Lichter auf uns zufliegen, wobei nicht zu identifizieren ist, was das für Lichter sind. Die Lichter gehen in Tiefflug und greifen an, schießen auf die Menschen, bombardieren die Häuser."

Die dritte Vision handelt von New York. Es geht aus dem Buch von Schettler nicht klar hervor, ob auch nicht die zweite sich auf NEW York beziehen könnte.

"Ich lauf durch New York, ich lauf die 65. entlang, komm am Central Park raus, lauf durch'n Central Park, dort campiern die Leute, ähn weil sie eben kein Dach mehr übern Kopf ham, Kinder spielen, es is eigentlich einerseits, fast eine- bedrückende Stille und ein bedrückender Frieden, der gar nicht zu dem paßt, was ich sehe. Also 's is äh komisch, bei allen Visionen, muß ich sagen fast, zwar 'n Chaos, aber- aber am Ende wie 'ne Erleichterung. Nicht 'ne Erleichterung, daß es vorbei is, nicht- nicht daß des äh des- ich sag mal was passiert is, das das vorbei is, sondern daß die Vergangenheit vorbei is, des, was äh der Auslöser war, daß es überhaupt soweit kam. Ja. Also ich spür auch am Ende der Visionen immer eine wahnsinniche Erleichterung." (Markierungen von mir; an anderer Stelle findet der Visionär für diese interessante Empfindung einen weiteren Vergleich: es sei, wie wenn man nach langem Aufenthalt im Krankenhaus schließlich entlassen wird).

Ich will die Texte hier nicht kommentieren, frage mich aber, ob der Seher tatsächlich in diesen Städten später einmal sein wird - oder ob er sie nicht nur "im Sehen besucht". Ein Anhaltspunkt, dass er selbst involviert ist, ist natürlich die Szene mit dem Mädchen. Ansonsten könnte es ja auch sein, dass sein "Herumlaufen" nur das eines "unbeteiligten, >schauenden< Kameramannes" ist.

Zwei weitere Texte aus dem Buch bringe ich nachstehend. Es sind die einzigen im ganzen Buch, die wirklich interessant (im Sinne des Forums) sind. Das Buch ist ansonsten sehr akademisch und wissenschaftlich - und bietet die Interviews nur auszugsweise.

Zunächst eine Traumschauung, die eine rein private Angelegenheit betrifft. Die "Seherin" hatte zu der Zeit offenbar einen jugendlichen Sohn, der nach einem Beinbruch sich in der Rehabilitation befand.

"Irgendwann im Januar hab ich in der Nacht geträumt, und da war des so furchtbar, da bin ich schweißbadet aufgwacht. Han i denkt, ja om Gottes Wille, was isch jetzt los. Ich hab zittert, ich hab plärret, ich hab Angscht ghet. Ich hab ganz einfach irgendwelche, will net sage Hexenmaske, aber so Fratze so richtig schreckliche Fratze gsehe. Ich bin kein ängschtlicher Typ, überhaupt net .... aber do hat ich Angscht ghet. Ich sieh diese Teufelsfratza ... Hab die Angscht ghet vor der Fasnacht, aber ich hab wieder des - Licht, des Schöne. Und hen gwißt, 's wird nochher, 's wird alles wieder gut; aber es isch hart.

So, jetzt sind die fünf Woche rumgange, die Fasnacht war do, ... Mir sind da vorg'laufn. Mei Bue, der isch kumme am Mittwoch vor'em schmutzige Dunschtig [=Altweiberfastnacht]. Am Sonntag war der Umzug und mir sind dann glaufa. Haja, er mit seim Bein, ich mußt mit dem ja au überhaupt no laufe lerne. Und da han i gset: >Also, irgendwie isch was mit dir?< Und dann sagt er >Mutter! Laß mi in Ruh!< Und i han scho gmerkt, er läuft immer schwerer. Also 's war rein Gehminute vielleicht zehn Minute ganz gemütlich ... Und denn merk ich so die letschte paar Meter, wie mein Bue immer bleich und bleicher wird, sag ich >Paule, isch Dir's noch gut?< Seta: >Mutter, lass mi in Ruh!< Na setzt er sich da hin, greif da hin [ans Bein]: >Mama, das isch wieder gebroche, was die gmacht han, des hält nicht. Guck mal, wie des wackelt.< Mir isch des so durchs Herz gschosse. Und was meinet Se, was in der Moment um die Ecke kommt? De Hexe. Eine Riesenhexengruppe."

(Markierungen von mir, um das zeitliche Ineinsfallen des mütterlichen, zu Herze gehenden Mitgefühls mit dem Auftauchen der Masken zu unterstreichen, denn das war ja der zentrale Punkt in der Traumvision gewesen).

Ich habe dieses Beispiel gebracht, weil es ein häufiges Probleme mit "Schauungen" zeigt: sie können übertrieben sein (es mag in diesem Beispiel nicht nur die Sorge der Mutter sondern möglicherweise ihre psychisch-körperliche Verfassung am Tage des Traums hereinwirken). Bemerkenswert ist aber das stille Wissen am Ende der Vision, dass alles gut ausgehen wird (die Angst wird somit, noch im Schauungsbewußtsein, wieder korrigiert - und möglicherweise ist das die "eigentliche Botschaft": es wird gut ausgehen ...).

Diese möglichen Verzerrungen möge man bitte im Hinterkopf behalten bei der Lektüre der nächsten Vision, die eine Frau hatte, als sie 16 Jahre alt war. Man kann hier nicht argumentieren, sie hätte als Mutter übergroße Sorge um die Kinder, die in der Vision indirekt vorkommen - denn letztere waren zur Zeit der Vision noch gar nicht geboren (inzwischen hat die Frau laut Schnettler drei Kinder). Man kann das geschilderte Szenario ganz sicher nicht real 1:1 übernehmen, vielmehr "sieht/spürt" die Frau etwas Schreckliches, das ihr aber völlig unverständlich ist - und die Seele sucht nun nach Bildern (im Gedächtnis??), um das Unverständliche ausdrücken zu können. Bemerkenswert ist hier auch die Empfindung eines Geruchs (was nicht allzu häufig in Schauungen vorkommt). Man sollte von den Bildern sich nicht gefangen nehmen lassen, die abstrakte Zusammenfassung, die die Seherin am Ende selbst gibt, ist sicher treffender - wenn auch etwas "nichtssagend" ... Das zentrale Moment dürfte sein: während die Katastrophe eintritt (in der Zukunft), wird die Frau von ihren Kindern getrennt sein und sich verzweifelte Sorgen um ihre Kinder machen bzw. zu ihnen wollen (sie selbst überlebt offenbar).

"Da hab ich mich also gesehen ich hab meine drei Kinder gesucht - damals hatte ich überhaupt keine Idee an Heirat oder sonst was und war - ich denk halt - in der Schweiz, ich weiß es net, es kann auch die Gegend hier gewesen sein, auf jeden Fall war alles furchtbar aufgerissen, der Himmel war richtig rot, die Berge war'n wie durchgerissen, ich bin durch tiefe Schluchten gelaufen, und war immer furchtbar besorgt, weil ich keine Nachricht von meinen Kindern hatte und war auf der Suche zu ihnen. ... Das war, wie wenn die Erde verbrannt wäre, es war kein Strauch, es war gar nix da, wie gesacht, der Himmel so gelb und blutrot und es roch so eigenartig, des kann man gar net beshrieben, wie es roch, ne, es roch nach Metall oder oder nach nach Steine, die heiß sin', also es war unermeßlich. Es war ein Brausen, es war ein ein ungeheueres- des kan man gar net sagen, daß einem die Ohren weh taten von dem Brausen, ne, des war also mit sechzehn Jahren.

Ich sah mich also als Frau, als Frau, und nicht als Mädchen, die da entlang lief, und es war also furchtbar, es war also, aber es waren Farben, gelb,rot, und die Berge, also wie so Sandsteinberge, durchgerissen, oder wie so Kalkberge, oder Basalt, also es war alles wie gepsalten, zerfetzt und so, die Brocken lagen rum, und dann ganze riesige Täler, man kann jetzt vielleicht vergleichen, ich war mal im Grand Canyon, und vielleicht kann man's somit vergleichen, aber es war eigentlich mehr so'ne glatte Fläche, wie wie mit - ungeheurer, würd heut sagen, damals gab's des noch net - Laserstraheln dadurchgeratscht, so war das ... wahnsinnige Geräusche, also furchtbare, Brausen und schrille Sachen, und es roch ... Ich war allein, ja, es gab keinen Busch, kein Baum, es gab kein Wasser, es war auch so ne Hitze, also es war unheimlich heiß, aber so'ne andre Hitze als wir's normal kennen ... Ich hab damals gedacht, es is also eine unwahrscheinliche Katastrophe über die Erde hereingebrochen ... Es war ne sehr angstvolle Geschichte, also es war wirklich entsetzlich. Und ich hab nicht geträumt."


Gesamter Strang: