An Taurec (Schauungen & Prophezeiungen)

RichardS, Samstag, 10.05.2014, 22:00 (vor 4554 Tagen) @ Taurec (5579 Aufrufe)

Hallo, Taurec!

Ich kann Deine Deutung des Themas Verhöhnung / Nicht-Verhöhnung im konkreten Fall nachvollziehen und mit ihr auch gut leben.

Was die „Pistole auf die Brust“-Bemerkung angeht: Jein. Zu wollen oder zu glauben, Du würdest Dein Forum nach meinen (Wert-)Maßstäben führen, wenn ich nur irgendeinen geeigneten Druck auf Dich ausübte – das wäre von mir anmaßend und im Übrigen auch völlig selbstüberschätzend und unrealistisch gewesen. Doch dem war nicht so. Im Gegenteil: Ich habe Respekt vor Deinen Leistungen, soweit ich Kenntnis davon habe: Und dazu gehören nicht nur Deine Analysen zu den eigentlichen Forumsgegenständen sowie zu ‚Gott & die Welt‘, sondern auch die Art, wie Du das Forum im Griff zu halten versuchst. Ich möchte nicht an Deiner Stelle sein und ich bezweifle, dass ich es könnte. (Aber ich habe mir eine solche Aufgabe auch nicht gestellt.) Du machst Dich in Deinen Entscheidungen und auf Deinem Weg nicht abhängig von irgendwelchen Schreiberlingen in diesem Forum, und sei es von einem gewissen RichardS, und das ist auch richtig so. Aber ebenso gilt natürlich auch für mich, dass ich in den Bereichen, in denen ich agiere, ich auf meine Kriterien / Aufgaben / Zielsetzungen / Empfindungen achten will und muss. Insofern habe ich eine Grenze überschritten, als ich schrieb, dass bestimmte Aussagen (die besagten „Schmähungen“) nicht durchgehen sollten in diesem Forum. Richtig wäre gewesen, mich diesbezüglich gar nicht zu äußern und stattdessen für mich festzuhalten, dass ich persönlich auf solche oder ähnliche Aussagen / Gedankengänge allergisch reagiere. Und, völlig getrennt davon, ob meine persönliche ‚Allergie‘ hinterfragbar ist oder nicht, ich mich grundsätzlich immer wieder fragen und sehen muss, wo ich mich wohlfühle und wo nur mit mehr oder weniger großen Abstrichen und wo gar nicht. Die Antworten darauf haben mit der eigenen Persönlichkeit und ihren Zielsetzungen und Gewichtungen zu tun.

Die Teilnahme an diesem Forum war für mich eine freiwillige Veranstaltung. Ich verband damit ein Geben und Nehmen. Und ich habe das Gefühl, das mein „Geben“ (sofern es ein solches gegeben haben sollte für den einen oder anderen) erschöpft ist. Wie ich „gab“, das hat mit meiner Persönlichkeit zu tun, und die wird sich nicht mehr entscheidend ändern. Und mein Eindruck ist, dass ich hieraus Kämpfe provoziere, die ich eigentlich gar nicht führen will – zumindest nicht in diesem Forum. Ich führte und führe in meinem Leben eine Menge Kämpfe an verschiedenen Fronten, teils freiwillig, teils weil sie mir aufgezwungen werden, und unter diesen Kämpfen oder sonstigen mir selbst gesetzten Aufgaben (durchaus auch schönen!) gibt es etliche, die für mich Vorrang haben und die den vollen Einsatz meiner Kräfte beanspruchen.

Egal ob ich mir etwas nur einbilde oder nicht: Sobald ich den Eindruck habe, dass meine Art des (ohnehin nur sporadischen) „Gebens“ in diesem Forum zur Folge hat, dass ich mich in Auseinandersetzungen verwickle / oder in diese verwickelt werde (nicht immer am konkreten Thema, sondern irgendwann an anderer Stelle in einem x-beliebigen Zusammenhang), die meine beschränkten Kapazitäten eindeutig überschreiten und dazu führen, dass ich mich so zu fühlen beginne, als müsste ich mich durch ein Minenfeld bewegen – ja, dann stellt sich für mich die Frage nach dem Sinn meiner aktiven Anwesenheit hier. Bloß mitlesen kann ich ja ohnehin auch weiterhin, wenn ich will. Damit da kein Missverständnis entsteht: Ich behaupte nicht, dass ich in allem, was ich schreibe, immer ganz und gar richtig läge. Aber mein Eindruck geht doch dahin, dass es nicht immer ausgerechnet die falschen oder nur halb ausgereiften Dinge sind, die ich von mir geben und die es sind, die sofort oder später wie ein Bumerang auf mich zurückfallen, sprich: zu unterschiedlich motivierten Konflikten führen, für die ich weder Kraft noch Zeit aufbringen kann.

Deine Gedanken zu Eigentum / Besitz / Macht usw. usf., mal von einer ganz anderen Warte aus, waren schön zu lesen. Ich meine nicht nur diese, aber eben auch diese:

„Wirkliches Eigentum ist nichts anderes als das, was seinen Wert (für das Leben) in sich selbst hat (und andererseits ein Spiegelbild des Lebens ist, zu dem das Eigentum gehört) und das ich durch Gewalttätigkeit verteidigen kann: Ein Haus auf einem Stück Landes oder eine Goldkiste, auf welchen ich sitze, sowie ein geladenes Gewehr in meiner Hand. Die Fähigkeit, Gewalt anzuwenden (nicht nur mit Waffen, sondern durch jedes Mittel der "Politik") und dadurch Eigentum zu akquirieren, ist die Grundlage der Macht. Begriffe wie "Besitz", "Besitzrechte", etc. verblassen dagegen zu nichts, wenn sie jemand in Anspruch nehmen will, der machtlos, also nicht wehrhaft ist und am zu besitzenden kein Eigentum hat.“

Eben dies von Dir Angedeutete macht – handelnd, denkend und fühlend – einen Teil meines Lebens und meiner Persönlichkeit aus. Und das ist kein abgeschlossener Prozess, solche Dinge haben immer Konsequenzen, Verlängerungen, Verästelungen. Die auch kein bloßes Muss sind, sondern Freude ins Dasein bringen. Was sind dagegen manch virtuelle Hahnenkämpfe? Nichts und nur hinderlich. Geeignet, das Wesentliche zu beeinträchtigen.

In diesem Sinn schließe ich, durch Deinen Kommentar erst recht ohne Groll, und ohne das gerade Geschriebene noch einmal durchzugehen hinsichtlich Rechtschreib- oder gedanklicher Fehler.

Gruß,
Richard


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