Entdeckungszenario (Schauungen & Prophezeiungen)

throne, Samstag, 27.06.2015, 18:00 (vor 3250 Tagen) @ BBouvier (5837 Aufrufe)
bearbeitet von throne, Samstag, 27.06.2015, 18:17

Hallo BB!

Das ist nicht viel mehr, als ein ziemlich halblaues Lüftchen.

... - nur mal zwei Beispiele -:
=>
1.
"Am erfolgreichsten war dabei der Neuseeländer William Bradfield
mit 17 Entdeckungen zwischen 1972 und 1995, die alle nach ihm benannt wurden.
Er suchte systematisch am Dämmerungshimmel bis zu 90° Sonnenabstand
und wandte dafür jährlich etwa 100 Stunden auf."

100 Stunden, einäugig, soll ich lachen? Ich verbringe pro Jahr mehr Zeit mit Rasieren.
Und WAS hat er denn so entdeckt? Die Enterprise, den Inhalt des Aschenbechers von Armstrong, Laika?

2.
"Thomas Bopp ... entdeckte den Kometen (Hale-Bopp) eher zufällig
mit dem Teleskop eines Freundes, während er mit Freunden
nahe Stanfield in Arizona unterwegs war, um Sternhaufen und Galaxien zu beobachten."

Ich habe auch schon mal einen 100 Mark Schein gefunden.

Und so weiter und so weiter => =>

Ja, wo denn? Wo laufen sie denn? Hach ist der Rasen schön grün. Du tust so, als hättest Du gerade wer weiß was für eine grandiose Beweisführung erbracht.
Ziemlich ridikül.

Es ist anzuraten, Du informierst Dich künftig, bevor Du uns
hier nur lauter Unsinn ins Forum kippst, der dann richtig gestellt werden muß.

WAS hast Du denn jetzt richtig gestellt?

Dir mangelt es an Einsicht.


Gruß, throne


PS: "throne" ist als bloßer Avatar eine Marke, wird klein geschrieben.

.......

Und nun zum realen Ablauf eines Entdeckungszenarios: http://lexikon.astronomie.info/TNT/TNT.html

Ein Entdeckungszenario

In den in Hollywood produzierten Filmen über Asteroiden- oder Kometeneinschläge braucht ein Experte nur ein Blick auf ein Foto eines Kometen zu werfen, um zu wissen, dass er einschlagen wird. Natürlich ist der eigentliche Entdecker immer ein begeisterter Jungastronom. [Da hast Du deinen "Privatier". Du schaust zu viel Fern, würde ich meinen. Anm.throne] Wie würde aber eine Entdeckung durch einen tapferen Jungastronomen nun tatsächlich verlaufen? Zunächst brauchen wir einen einschlagenden Asteroiden, den unser Held entdecken kann. Durch etwas langwieriges Probieren am Computer erhalten wir fiktive Bahnelemente eines Erdbahnkreuzers, die zu einem Einschlag führen. Die Entdeckung soll zwei Jahre vor der unheilvollen Begegnung erfolgen.

Richten wir für unsern Amateur eine Sternwarte ein. Seine Sternwarte bestehe aus einem 40 cm Cassegrain Teleskop und einer modernen CCD-Kamera. In einer klaren Nacht macht der Astronom 3 Sternfeldaufnahmen von der richtigen Himmelsgegend im Abstand von 1.5 Stunden. Der von uns im Computer erzeugte 2 Kilometer grosse Asteroid ist zwei Jahre vor dem Einschlag ein Sternchen 18. Grössenklasse, dass sich durch die Positionsänderung von Aufnahme zu Aufnahme verrät. Auf der Aufnahme kann man die drei Positionen etwa auf eine Bogensekunde genau vermessen. Nach einem mathematischen Verfahren, dass der Mathematiker Gauss zu Beginn des 19. Jahrhunderts erarbeitete, reichen drei Positionsbestimmungen, um die Bahn im Sonnensystem zu bestimmen. Wenn man dieses Verfahren auf die gemachten Aufnahmen anwendet, ist das Resultat enttäuschend. Die berechneten Bahnelemente sind völlig falsch. Sie sind nur zum Auffinden des Asteroiden in der nächsten Nacht geeignet. Ein ernüchterndes Resultat, das eine Einschlagsbestätigung schon in der Entdeckungsnacht in das Reich der Astronomiemärchen verbannt. Nach vier Tagen, wovon drei Nächte klar waren, hat unser Amateurastronom weitere Messungen gemacht. Die mit dem Gaussverfahren daraus berechneten Bahnelemente beginnen nun dem zu gleichen, was wir dem Computer eingegeben haben, doch kommt der Asteroid auf der aus den Beobachtungen berechneten Bahn nicht einmal in die Nähe der Erde.

Bei der IAU, wo unser Beobachter seine Entdeckung nun meldet, reagiert man nur mit gelassener Routine. Er solle in den kommenden Wochen weitere Aufnahmen machen, sagt man dort. Nach einem Monat sind die Daten so gut, dass eine Begegnung der Erde innerhalb 10 Millionen Kilometer vorhergesagt werden kann, die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags kann nun mit etwa 1:2 Million angegeben werden. Erst einen weiteren Monat später sind die Bahnelemente von unserem Hobbyastronom so gut, dass ein Vorbeiflug des Asteroiden an der Erde näher als 1 Million Kilometer vorhergesagt werden kann (Einschlagwahrscheinlichkeit weniger als 1:20'000). Dies würde nun die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf sich ziehen, weil ein so naher Vorbeiflug eines Asteroiden die Möglichkeit einer Radarabtastung bietet. Doch auch eine einzelne Messung eines grossen Observatoriums auf 0.1 Bogensekunden genau verbessert die Bahnelemente nicht sofort entscheidend, es wird wahrscheinlich ein weiterer Monat vergehen, bis ernsthaft an einen Einschlag gedacht werden kann.

Fazit: Die Erde ist im Vergleich zu der Grösse des Sonnensystems so winzig, dass die Bahn eines Körpers extrem präzise vermessen werden muss, um einen Einschlag Jahre im Voraus prognostizieren zu können. Diese Genauigkeit kann erst nach wochen- bis monatelangem Beobachten erreicht werden. [Und zwar durch Superteleskope und deren Rechenzentren. Inklusive Pressearbeit. Anm. throne]

Und hierbei handelt es übrigens sich nur um Objekte, welche sich nicht hinter der Sonne verstecken.


Gesamter Strang: