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eine Schauung aus der Antike (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier, Montag, 15.04.2024, 14:21 (vor 65 Tagen) (1402 Aufrufe)
bearbeitet von Forumsleitung, Montag, 15.04.2024, 19:59

Hallo!

Ob die in unserer Forumssammlung befindlichen Schauungen, die insbesonders
negatives Natur- und Großgeschehen (Himmelskörper-Meteoritenhagel-Aschefall-Tsunamis-Impakte&Co.)
zum Gegenstand haben, auch wirklich treffend sind, läßt sich einstweilen kaum beurteilen.

Recht gut belegte Treffer scheinen gemeinsam zu haben:
- persönliche Betroffenheit
- massive und dramatisch negative "Gefahr"
- unmittelbare Zukunft ... s. "Straßenbahnschau" oder "Bremsversuche"
oder "Hangrutsch in Aberfan" 1966 - http://esotericreligion.com/deu/d/aberfan-katastrophe/aberfan-katastrophe.htm
oder "Pragers Dackel", https://weltenwende.forum/index.php?id=37193 oder =>

Völlig unglaubwürdig machen eine "Prophezeiung", wie hier im vorletzten Vers
der Fälschung "Sang der Linde", derartige unüberlegte Betrügereien:
"Reiche Ernten schau ich jedes Jahr
...
Seuch´und Kriegen ist die Welt entrückt

... "

Ei - wie wohl sollte denn im Bilde einer Schau "jedes Jahr" aussehen,
und wie das (abstrakte) Nichtvorhandensein (!) definierter Ereignisse? :confused:

Als eine exemplarisch treffende Schau einer massiven Gefahr in unmittelbarer Zukunft
des Betroffenen selbst, möchte ich die untige des Fachbuches "Gladiatoren" Nyárys zitieren.

Hier ist untig:
=>
"Das seltsamste Schicksal von allen Zuschauern, die in einem römischen Amphietheather ums Leben kamen,
erlitt der Ritter (BB=der Adelige) Aterius Rufus, der zur Zeit Neros als Beamter
der Provinzialvervaltung in Syracus auf Sizilien arbeitete.
Sein Wohlstand und die Interessen seines Standes machten ihn zum Freund und Genießer aller schönen
Dinge des Lebens, wozu Aterius auch das Fechterspiel zählte.

Als Syracus wieder einmal den farbenprächtigen Umzug berühmter Gladiatoren bewundert hatte,
die anderntags im Amphietheater kämpfen sollten, quälte den Ritter jedoch ein nächtlicher Alptraum:
Er sah sich auf der Zuschauertribühne sitzen und dort von der von der Harpune eines
Retiarieres (BB: Netzkämpfers) durchbohrt werden.

Der Ritter erwachte schweißbedeckt, ließ sich aber nicht davon abhalten, als einer der ersten
im Amphietheater Platz zu nehmen. Dort erzählte er seinen Freunden und Standeskollegen,
was er geträumt hatte. Die anderen Ritter brachen in Gelächter aus und verspotteten ihn.
Aterius lachte mit - doch seine Heiterkeit verflog, als die ersten beiden Gladiatoren
durch den Eingang neben den Rittern in die Arena traten: Angekündigt waren eine Netzfechter
und ein Murmillo - und der Retarier glich aufs Haar jenem, den Aterius im Traum gesehen hatte.

Der Ritter sprang auf und wollte das Amphietheater verlassen, doch seine Freunde hielten
ihn fest und redeten ihm zu, er solle sich nicht von Hirngespinsten ins Bockshorn jagen lassen.
Der Ritter, der sich nicht blamieren wollte, setzte sich wieder.

Der Netzfechter und der Murmillo lieferten sich einen lebhaften Kampf. Der Schwertfechter
griff munter an, wurde aber bald zurückgedrängt, verlor seinen Schild und mußte fliehen.
Von dem Retriarier verfolgt, rannte er aus der Arena auf die Zuschauertribühne, wehrte sich
mit dem Schwert gegen den Dreizack seines Verfolgers, stolperte über Aterius´ Beine
und stürzte auf den überraschten Ritter. Der Retriarier hob seine Harpune, um den Gegner
zu durchbohren. Der Murmillio warf sich im letzten Moment zur Seite, und ehe die
anderen Ritter eingreifen konnten, hatte der Netzfechter seinen Dreizack dem unglücklichen
Aterius in den Leib gerammt.
Der Ritter war sofort tot."

Grüße,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."


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