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Um den armen Leser nicht (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier, Samstag, 17.03.2012, 17:07 (vor 5338 Tagen) @ BBouvier (7954 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Samstag, 17.03.2012, 17:17

müssig bei Google stochern lassen zu müssen,
hier Information zu:
"Das verschleierte Bildnis zu Sais".
=>
Ein junger Mann kommt auf der Suche nach der Wahrheit
nach Saïs in Ägypten.
Dort trifft er in einer Rotonde auf ein übergroßes,
verhülltes Bild.
Auf die Frage, was dort verhüllt sei,
antwortet ihm der Hohepriester:
„Die Wahrheit“.
Er staunt, dass noch niemand diesen Schleier gelüftet habe.
Der Hierophant erklärt, dass die Gottheit das verbiete.
Aber der junge Mann will es wissen, nachts sucht er es auf
und hebt den Schleier.
Was hinter dem Schleier verborgen ist, wird nicht gesagt,
doch am nächsten Tag finden die Priester den bleichen Jüngling;
er spricht nicht über das Gesehene,
wird nie wieder froh und findet ein „frühes Grab“.
Die Schlusszeilen des Gedichtes sind seine Botschaft:

„Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld,
Sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein.“

Das Motiv der verschleierten Isis
als die Unfassbarkeit der Natur und ihre Entschleierung
durch die Wissenschaft
findet sich auf zahlreichen Naturkundlichen Werken der Aufklärung.
So z.B. neben vielen anderen in Alexander von Humboldt,
Ideen zu einer Geographie der Pflanzen (1807).

Diesem Thema widmete Schiller auch seine Ballade
aus dem Jahre 1795."
=>
....
Wo ein verschleiert Bild von Riesengröße
Dem Jüngling in die Augen fiel. Verwundert
Blickt er den Führer an und spricht: »Was ists,
Das hinter diesem Schleier sich verbirgt?«
»Die Wahrheit«, ist die Antwort. – »Wie?« ruft jener,
»Nach Wahrheit streb ich ja allein, und diese
Gerade ist es, die man mir verhüllt?«

»Das mache mit der Gottheit aus«, versetzt
Der Hierophant. »Kein Sterblicher, sagt sie,
Rückt diesen Schleier, bis ich selbst ihn hebe.
Und wer mit ungeweihter, schuldger Hand
Den heiligen, verbotnen früher hebt,
Der, spricht die Gottheit -« – »Nun?« -
»Der sieht die Wahrheit.«

»Ein seltsamer Orakelspruch! Du selbst,
Du hättest also niemals ihn gehoben?«
»Ich? Wahrlich nicht! Und war auch nie dazu
Versucht.« – »Das fass ich nicht. Wenn von der Wahrheit
Nur diese dünne Scheidewand mich trennte -«
»Und ein Gesetz«, fällt ihm sein Führer ein.
»Gewichtiger, mein Sohn, als du es meinst,
Ist dieser dünne Flor – für deine Hand
Zwar leicht, doch zentnerschwer für dein Gewissen.....
«

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"...Wer sich das Sesam öffne Dich ergaunert,
muss schlimmstenfalls sterben.
Mit Ali Babas Bruder geschieht das, und auch das Grimm-Märchen Simeliberg erzählt davon.
Die Tür zum Berg ist die Tür zum eigenen Inneren;
man muss wissen, wie man hineinkommt,
damit man auch wieder heil hinauskommt, wenn es angesagt ist.
Wenn man aber den Zugang findet – und bisweilen geschieht das zunächst über Träume – findet man
wie Heinrich in Novalis´ Heinrich von Ofterdingen
die Blaue Blume, zusammen mit dem Gral eines der höchsten Menschheitssymbole."

Gruss,
BB

―
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."


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