Avatar

Daniel, die 5. (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier, Montag, 25.05.2009, 16:07 (vor 6092 Tagen) @ Prüfender (5874 Aufrufe)
bearbeitet von Moderator, Montag, 25.05.2009, 16:47

<"BBouvier, Du schreibst mehrfach, dass Du wüsstest,
wann das Buch Daniel zu datieren sei, nämlich genau (!)
ins Jahr 168 v. Chr."?

Hallo, Prüfender!

Da hättest Du mich missverstanden:
Um diese Zeit etwa, nämlich als Antiochus Epiphanes
sich die Radieschen
(gab es die da schon? - sonst eben die Grasnarbe)
von unten betrachtete, tauchte der uns geläufige
Text erstmalig auf.
Und diesen "Daniel" trennte die Damaligen
in etwa so viel Zeit, wie uns jetzt von den Piccolomini.
Oder von Rübezahl.
Und ich will gar nicht abstreiten, dass
in den Text Bruchstücke alter "Sagen" mit eingeflossen
sein mögen.
Oder eben eher auch nicht.

Tatsache ich jedoch, dass - bis auf ganz wenige
und kaum zu verifizierende Einsprengsel möglicherweise,
alle die dort niedergelegten Ereignisse nur
bis Antiochus reichen.
Und es handelt sich dabei eben nur um eine
"Prophezeiung ex eventu".
Weswegen Kapitel 10 die Überschrift trägt:
"Neue Offenbarung von den Weltreichen
bis Antiochus Epiphanes."

Und alles, was dort zu lesen ist, kann
geschichtlichen Ereignissen der damaligen Zeit
sauber und präzise zugeordet werden.

Einer "Prophezeiung", die erstmalig letzte Woche auftaucht,
und in der das Lebkuchnemesser-Attentat auf
den Passauer Polizeichef Mannichl in allen Détails
geschildert wird, und die angeblich 500 Jahre alt ist, -
dieser begegnete man mit genau derselben, gesunden Skepsis.
Und genau jene Skepsis hatten bereits die damaligen
Leser, weswegen dieser "Daniel" von denen als
nicht besonders relevant und als wenig glaubwürdig eingestuft wurde.
Weswegen dieser Text auch erst vieles später
überhaupt in die "Schriften" übernommen wurde.


Und obige "Mannichl-Propezeiung" würde doch nicht um einen Hauch
glaubhafter, nur weil sie in den
"Nachrichten für Niederbrombach"
abgedruckt worden wäre.


Und nur und besonders halb illiterate US-Menschen,
die von Geschichte keinen blassen Schimmer haben
und vermeinen, z.B. dieser "Ziegenbock", der läge
wohl noch in der Zukunft, und die Tempelschändung
(des Antiochus seinerzeit) wohl auch:
Daraus schliessen diese geistig Armen,
es müsse ganz sicher demnächst deswegen ein weiterer
Tempel erbaut werden.

Und - selbst falls dieser ominöse "Daniel"
präzise über rund ein halbes Jahrtausend hinweg
alle politischen Ereignisse mit allen Détais
vorhergesagt haben sollte
(wofür nicht der geringste Anlass besteht),
dann wäre das für das Wissen unserer Zukunft
doch völlig belanglos.

Hierzu:
<"redaktionell aufgearbeitet worden ist,
die erste um 540 v. Chr.,
die zweite um das 3. Jh. herum
und die letzte eben zwischen 168 und 163 v. Chr"?

Nun muss mir nur noch Jemand erklären, wie
Daniel - diese Romanfigur lebte angeblich
zur Zeit Nebukandezars II.
(604 v. Chr. bis 562 v. Chr.)
die obigen "Überarbeitungen" wohl auf die Reihe
gebracht hat? >

Gruss,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."


Gesamter Strang: