Mysteriensprache, Arkanum und Apokalypse (Schauungen & Prophezeiungen)

Theodor, Montag, 06.04.2009, 15:51 (vor 6141 Tagen) @ BBouvier (6347 Aufrufe)

Jau Theodor!

Das kommt der Sache wohl schon ganz beträchtlich näher. :-)
=>
"unten wie oben", - ergo strebt bereits die
(halbbeseelte?) Pflanzenwelt zum Lichte:

Der diffuse, verschattete Widerhall eines schwachen Abglanzes
des Schöpfungsprinzips als Grundkonzept eben Jenes.

Hallo BBouvier,

Vielen Dank für Deine Zustimmung!

Und eben: => völlig christusmessiaseisenstangendtotschlägerlos.

Was die Sprache der Bilder in der Apokalypse angeht, bestätigt mein Verstand die Richtigkeit Deiner Interpretationen. Solche Bilder sollte man logischerweise nicht mit Christus assoziieren.
Doch die Ursprache der Apokalypse war wohl arkan-mysteriös. Ob und was davon durch kirchliche Väter und Federn im nachhinein verändert wurde, läßt sich heute kaum mehr feststellen. Eventuelle, späte „Verbesserungen“ wurden ehedem nur mit den übriggebliebenen Federn toter Vögel einer fernen und unverstandenen Vergangenheit geschrieben, deren Korpora von den Schreibern längst verzehrt und vergessen waren.

Der ursprüngliche Schreiber der Apokalypse bediente sich aber einer lebendigen Mysteriensprache, welche man in der Mystik auch als die „Vogelsprache“ bezeichnet, nämlich die Sprache der geflügelten Himmelsboten. Viele dachten daher, wer mit den lebendigen Vögeln spricht, hat meistens auch einen. Einzig bei dem Mann aus Assisi war und ist man sich da noch nicht so sicher. Die tiefen Wahrheiten um den gesamtmenschheitlichen Offenbarungs- und Einweihungsweg sind hierdurch dem Logischen glücklicherweise entzogen worden.

Exemplarisch sei dies an einem kurzen, alchemistischen Textpassus vorgeführt. Die Sprache der Alchemisten urständet m.E. in diesen Mysterientraditionen.

Welche Abscheulichkeiten könnte ein Alchemist meinen, wenn er folgendes schreibt (wurde vom Verfasser sinngemäß und zum besseren Verständnis weitestgehend in zeitgenössischem Deutsch wiedergegeben):

Lasse das Fleisch an den Knochen dieses Körpers verfaulen und setze seinen Geist gefangen. Hernach verbrenne ihn langsam, bis sein Totenschädel sichtbar wird. Der Sulfur des gefangenen Geistes zeigt Dir den im Schädel verborgenen Himmel.

Eine mögliche Deutung könnte so aussehen:

Bringe die leicht zersetzbaren, weichen Pflanzenteile an den Ästen zum Gären und fange den entstehenden Alkohol auf. Hernach verbrenne den Rückstand, bis sich die gräulich-weiße Pflanzenasche zeigt. Der hohe Anteil an Salzen in dieser färbt dann die Flamme des verbrennenden Alkohols sonnengelb, bzw. himmelblau (bläulich-violett).

Zunächst liest sich dies ja wie die Tagebuchaufzeichnungen eines nekrophilen, abartigen Gewaltverbrechers, welche man logischerweise dann auch verurteilen muß und doch gibt es schon in diesem Beispiel einen relativ leicht faßbaren, tieferen, okkulten Sinn. Wobei es sich bei dem Dargelegten nur um die oberste, fast exoterische Sinnschicht handelt. Selbst dieser Text verfügt noch über weitere. Die Offenbarung ist im Vergleich hierzu aber um Faktoren vielschichtiger und komplexer, denn sie stellt wohl eine christliche Zusammenfassung antiker Schauungen, Einweihungs- und Mysterienstoffe dar, welche unter Einhaltung der Arkandisziplin äußerst dicht gefügt wurden.

Mit freundlichen Grüssen:

Vom Theodor


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