Hallo Odin und Bär, der weiter oben dazu schon etwas schrieb.
ich habe „nur“ Kleinvieh, Kaninchen, Hühner und Enten geschlachtet.
Natürlich fällt auch mir Schlachten nicht leicht. Ich finde es wichtig, mich sehr zu fokussieren und ruhig und gezielt vor zu gehen. Ich möchte keine Aufregung oder gar Angst auf das Tier übertragen.
Ich bemühe mich folglich um ruhige Stimmung, fange oder hole das Tier ohne „Trara“. Kaninchen setze ich an vorbereiteter Stelle auf den Boden, streichle, beruhige ( kurz!!, aber sehr effektiv), lege ein Küchentuch über den Kopf und Nacken und führe einen kurzen, harten Schlag mit Hartholz auf den Hinterkopf aus. Dieser Schlag muss passen, er darf nicht zögerlich, überhastet oder falsch platziert sein. Richtig ausgeführt streckt sich der Hase sofort und ist bewusstlos. Sofort durchtrenne ich mit einem sehr scharfen Messer, ich bevorzuge Skalpell, die Halsschlagader und platziere ihn so, dass das auslaufende Blut in eine Schüssel läuft. Da kommt es dann zu Zuckungen, von denen der Hase, wie mir erklärt wurde und mir auch einleuchtend ist, wohl weniger, da bewusstlos, nichts mehr merkt.
Ob Bolzenschuss oder richtig ausgeführter Schlag dürfte egal sein, da die Wirkung auf das Hirn die gleiche ist.
Hühner ducken sich , wenn man sie einfängt und dann hinsetzt oder auch ohne Einfangen streichelt ( mochten einige meiner Hühner tatsächlich!) auf den Boden und strecken den Hals nach unten. Dies tun sie auch, wenn der Hahn aufsteigt ( der Kaninchenrammler sich artenfremd vergeht ) oder Gefahr ( z.B. mal mein Hund, der auf Pfiff ab ließ, das Huhn saß weiterhin belämmert und in Schockstarre) droht, bzw. schon über ihnen steht. Zum Schlachten ist dies günstig, festhalten muss man dies Tier aber dann noch eine Weile, nachdem der Kopf ab ist. Ansonsten gibt es durch die eintretenden Muskelreflexe eine üble Sauerei.
Enten muss man festhalten, ideal so über einem Hackklotz oder sonstigen platziert, dass der Kopf darüber ist. Auch hier finde ich den Schlag mit dem Hartholz auf den Hinterkopf mir sympathischer.
Wenn ich so überlege, glaube ich, da müsste man für das Bolzenschussgerät zu zweit sein. Weiß ich aber nicht wirklich.
Schlachten lernte ich mir selbst , weil ich aus Gutmenschentum zu der Entscheidung kam, dass dies für uns Menschen ( zu Mal in diesen Klimazonen geboren) eine eher natürliche Notwendigkeit ist. Natürlich kann man diese „Schrecklichkeit“ in unserer Zivilisation auf Andere abschieben.
Da ich durch „meinen roten Faden schicksalstechnisch“ in die bevorzugte Rolle kam, eben diese Entscheidung dann umsetzen zu können, tat ich dies. Und lernte, dies bedeutet Verantwortung( Herrschertum, z. B. zur Anzahl der Nachzucht) , Würdigung( Freude, Dankbarkeit) und Arbeit für diese Tiere vom Anfang des Lebens bis zum Ende.
Lieber wäre mir, Tiere jagen zu können, kann ich aber nicht und geht in ausreichendem Ausmaß für „Alle“ ja auch gar nicht.
Mit freundlichen Grüßen von Rauhnacht