Klauen (Freie Themen)

Bär, Donnerstag, 03.04.2014, 22:23 (vor 4317 Tagen) @ Odin (3935 Aufrufe)

Moin Odin,


bevor ich jetzt ein Buch schreibe in drei Bänden wenn ich mich kurz fasse oder dir die wahrscheinlich besten Methoden mit Jig, Krautblinker und Krallblei erkläre, empfehle ich dir die professionelle Variante.

Klauen, mit den Augen, klauen soviel wie es geht. Geh ans Wasser wenn du einen Angler siehst. Schau ihm zu, beobachte und wenn er Bereitschaft hat zu sprechen mit dir dann frag ihm Löcher in den Bauch. Das ist erfolgreicher als wenn ich den Ferninstruktor mache. Kein Angler, kein Fisch gilt erst mal.

Hast du beobachtet und geklaut, geh ins nächste Angelgeschäft. Hier aber nur mit den Augen klauen und den Ohren. Die Schärenküste hat schwierige Verhältnisse, einfach hin gehen und Angel rein ist nicht wirklich gut. Ausgedehnte Tangfelder und jede Menge Steine machen es schwierig.

Also schau, wo Angler sind und klaue.

Dann gehst du nach Hause und schmeißt deine Angelsehne, die Schnur weg, die ist Schrott inzwischen. Besser die ganze Angel. Die passt eh nicht zu den dortigen Verhältnissen. Und dann kaufst du dir eine Ausrüstung wie du bei den Meisten gesehen hast und machst das nach, was die anderen machen. Eine Rute reicht.

Hast du Glück, dann verirrt sich ein Fisch an gerade deinen Köder. Und dem haust du dann mit dem Messerrücken auf den hinteren Teil des Kopfes. Hast du gut getroffen, zuckt der ganze Fisch schnell, also nicht Schwanzflosse hin und her sondern schnell. Dann stichst du mit dem Messer in die Unterseite des Bauches, sagen wir 3 cm hinter den Kiemen (incl. Sicherheitsabstand ;-) ) in den Bauch hiein und ziehst das scharfe (!) Messer bis zwischen die Kiemen, soweit bis die Kiemenansätze spürbar sind.

Du merkst dass du das Herz getroffen hast dadurch dass mehr Blut austritt als beim Einstich und kannst das nächste Mal gleich dort einstechen. Die norwegischen Berufsfischer verlieren ihre Lizenz wenn sie die Fische nicht gekehlt zum Verkauf bringen. Ich schätze mal, dass du vor Ort auch entsprechend instruiert wirst, da sind die Skandinavier Lichtjahre weiter als die Südländer, die immer noch den Fisch stark auf den Boden werfen und das wars. Und diese Fische haben vielleicht sogar noch Glück gehabt.

Auch das Ausweiden und Filieren können sie dir zeigen.

Wahrscheinlich landest du, wenn du angefressen bist, bei der Variante mit dem schwimmfähigen Untersatz. Die Palette der Fische ist größer, die Fänge üppiger, die Methoden verlustärmer und im Zweifel tut es die Schnur über die Reling mit Kunstköder oder Naturköder wie Heringsstückchen. Vom Ufer wird es zumindest anfangs mühsam sein eine gute Mahlzeit zusammen zu bekommen. Später kannst du dann vielleicht beim Warten auf die Fähre die Wochenration Fisch fangen.

Bärengruß


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