Hallo Lieselotte,
ich finde es schön, dass sich noch andere Leser für so eine Art der Ernährung interessieren. Ich finde, sie bringt nicht nur Gesundheit, sondern vereinfacht die Vorratshaltung für Krisen enorm, wenn man sich einen Teil seiner Ernährung aus der Natur nehmen kann. Es wird zwar immer nur ein Teil bleiben, aber der kann für Gesundheit und Überleben entscheidend sein, wenn man nichts mehr kaufen kann.
Mit den rohen Pflanzenteilen habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir durchaus manche Pflanzen (z.B. Wiesensalbei, Blätter und Blüten) sehr gut schmecken, meiner Frau aber überhaupt nicht. Sie steht mehr auf bittere Sachen wie z.B. Wermut. Die Geschmäcker sind sehr individuell. Dir bleibt nichts anderes übrig, als Pflanze für Pflanze in der Natur zu sammeln, zu bestimmen und zu probieren, Stück für Stück. Die viele frische Luft tut einem richtig gut und man lernt was.
Ein Herr Franz Konz hat das Buch geschrieben „Der große Gesundheitskonz“, ISBN 978-3-8004-1314-0. In diesem Buch findest du Tabellen der Inhaltsstoffe von Industriegemüse, Obst und Wildpflanzen im Vergleich dazu. Franz Konz ist der Einzige, der das Geld aufgewendet hat, um die Analysen der Wildpflanzen durchführen zu lassen. So enthält z.B. 30 Gramm Scharbockskraut oder Brennnessel im Wald gewachsen so viel Vitamin C wie 1 Kilo Industriesalat. Eine Ernährung nur mit Zuchtgemüse wird immer eine Mangelernährung, weil dieses Gemüse auf Volumen und Menge, nicht aber auf Inhalt gezüchtet wurde. Mit Pseudogetreide oder Sonnenblumenkernen ist man aber auch auf der sicheren Seite.
Das Buch hat 1455 Seiten und ist für diese Thematik einzigartig und ein absolutes Muss. In dem Buch werden auch die einheimischen essbaren Pflanzen beschrieben. Seit ich es gelesen habe vernichte ich meinen Girsch nur noch durch Aufessen.
Ich backe mein Brot zwar selber aus selbst gemahlenem Weizen, Hefe, Salz und Wasser, aber nur weil mir die Zeit und Geduld fehlt, mit Sauerteig zu arbeiten. Das Brot mit Sauerteig schmeckt etwas besser, ist in der Herstellung aber aufwändiger. Wenn aber keine Lebensmittel mehr zu bekommen sind würdest du mit Backen nur jede Menge neue „Freunde“ anlocken, denn den Duft vom Brotbacken kannst du nicht für dich behalten. Deshalb gehe ich dann zu kalter Getreideverarbeitung über. Ich benutze heute täglich für mein Müsli eine Kornquetsche der Firma „Eschenfelder“ (ca. 180,-- Euro) mit Handkurbel. 3,5 Esslöffel Getreide drehe ich durch, schütte gleich Wasser drüber und die gleiche Menge an Sonnenblumenkernen, Nüssen usw. kommt auch noch drüber. Diese 100 Gramm halten tatsächlich für 5-6 Stunden satt. Dass esse ich seit 5 Jahren täglich als Ernährungsgrundlage. Wenn ich das Getreide 2 mal durch die Walzen drehe ist das Vollkornmehl auch zum kneten eines Teiges fein genug.
Ansonsten habe ich mich Stück für Stück auch roh durch die Gemüsetheke eines BIO-Supermarktes gebissen. Die Pflanzen draußen sind ja ganz nett, aber man kann nicht immer so viel Zeit aufwenden wie man müssten, auch wenn die gesünder sind.
Franz Konz war übrigens mit ca. 45 Jahren an Magenkrebs erkrankt und wurde von den Ärzten als unheilbar entlassen und zum Sterben nach Hause geschickt. Er hat sich dann selber über Ernährung schlau gemacht, wurde auch mit einem Teil des Magens gesund, ließ sich eine Frau aus Thailand kommen, zeugte mit ihr zwei Kinder und verstarb mit ich glaube 95 Jahren. Voll auf 100 % pflanzlicher Nahrung. Das Resultat ist das oben erwähnte Buch. (Nein, ich kriege keine Prozente).
Von Brombeeren kann man übrigens auch die Blätter essen. Du musst nur die mittlere Gräte der Blätter mit den Haken entfernen. Diese grünen Blätter findet man auch im Winter. Sehr lecker sind auch die geschälten neuen Triebe der Pflanze.
Meine Frau hatte ein Problem mit der Dünndarmschleimhaut. Deshalb wurde Industriezucker und Industriemehl kompl. aus unserem Speiseplan gestrichen. Die Probleme verschwanden dann sehr schnell. Aus dieser Erfahrung weiß ich, dass man Zucker und tote Kohlehydrate (Weißmehl) nur vermeiden kann, wenn man keine Verpackung mehr aufreißt.
Solltest du Angst haben, du könntest Hunger bekommen, esse einfach 8 Bananen. Dann hast du keinen Hunger mehr.
Einmal im Jahr gönne ich mir allerdings auch eine Phosphatstange (Currywurst). Das muss manchmal sein, aber eben nur sehr selten.
Ich bin der Meinung, mein Körper sagt mir sehr genau, was gut für mich ist. Das Problem ist nur, ihm auch zuhören zu können und zu verstehen, Aber das übt sich.
Gruß Bruno