Zensor (Schauungen & Prophezeiungen)

offtopic, Samstag, 10.11.2012, 20:48 (vor 4826 Tagen) @ Ulrich (8756 Aufrufe)

Hallo Ulrich,

sorry für die Einmischung, nur ein paar Bemerkungen.

Wenn man die Funktion der Sinne aus zweierlei Sicht betrachtet, ist es eigentlich selbstverständlich, daß es sich so verhält.
Daß Sinneswahrnehmungen und deren Verarbeitung das Überleben durch Anpassung an die Außenwelt ermöglichen sollen, versteht sich von selbst.
Daß die Sinne aber auch - als Filter - vor einem Zuviel an gleichzeitig wahrgenommener Information schützen sollen, ist die andere Seite.

Psychologisch ist der Zensor recht gut lokalisiert und zwar als eine Instanz des Unterbewussten, die das Bewusstsein vor Schaden schützt. Die Sinne selbst filtern nicht! Durch Tiefenhypnose bzw -trance kann man diese Sinneseindrücke wieder abrufen. Hier wird dann ansatzweise ersichtlich, welch gigantische Mengen an Informationen das Unterbewusstsein aufnimmt, aber auch, wie wenig davon dann das Normalbewusstsein erreicht.


Darum teile ich auch nicht die Ansicht, daß Schauungen etwas mit erhöhter Sensibilität, Sensitivität, Feinsinnigkeit zu tun haben, und ihr Sinn darin besteht, vor zukünftigen Gefahren zu warnen, sondern daß das Vorhandensein eher dafür spricht, daß man es "sich leisten kann", die Filter-Funktion der Sinne etwas lockerer zu handhaben, weil Kapazität für Verarbeitung von mehr als der "üblichen" Information vorhanden ist, der Geist "nicht ausgelastet" ist. Die "Gefahren-Vermeidung" wäre dann sozusagen nur die praktische Nutzanwendung, ein "Abfall-Produkt".

So sehe ich das auch und entspricht auch meinen praktischen Erfahrungen. Auch tauschen sich verschiedene Unterbewusstsein auch aus, vor allem bei nahestehenden Personen. Auf diesem Wege kann man sehr viel über Personen erfahren. Grundsätzlich warnt das Unterbewusstsein aber schon, es wird meist nur nicht "gehört". Hat man etwas Kapazität frei, so erfährt man dies als Intuition oder Eingebung, bei mehr gibt's dann halt eine Schau. Was von einem selbst oder von Wesenheiten kommt, bekommen meist nur sensitive Menschen mit.

Wenn die Erweiterung des Wahrnehmungsspektrums sich aber nicht als ein zusätzlicher "Luxus" einstellt, sondern durch ein Versagen der Filter-Funktion der Sinne hervorgerufen wurde, sei es durch ein traumatisches Erlebnis, Drogen, hirnrissige Praktiken wie das, was den Ahnungslosen als Mantra-, Pranayama-, oder Kundalini-Übungen verkauft wird, dann dürfte wohl jeder - zunächst - seelisch überfordert sein, die Zusatzinformationen, die sich ihm neu erschließen, zu sortieren und es schwer haben, wahrgenommene Informationen über Zukünftiges von schlummernden Ängsten und Befürchtungen zu trennen.

Die Techniken an sich sind nicht schlimm und haben durchaus ihren Platz. Übel ist jedoch, dass diese zum Teil an komplette Anfänger und oft auch noch falsch oder zu ungenau vermittelt werden.


Weil Jedem auch in diesem Bereich das Hemd näher als die Jacke ist, halte ich es für selbstverständlich, daß man schneller (und leichter?) die Fähigkeit ausbildet, Dasjenige möglichst "korrekt" wahrzunehmen und einzuornden, was persönlich oder das nächste Umfeld betrifft, als diejenigen Informationen, die kollektive Ereignisse betreffen, die "weiter weg" sind.

Ich glaube nicht, dass da Egoismus eine grosse Rolle spielt, sondern halt der beste Kontakt zu einem Selbst bestehen sollte. Kollektive Ereignisse betreffen viele und sind komplex. Daher ist das schwieriger. Ein mittelmässiger Programmierer wird das vergessene Semikolon in einer 10-Zeilen-Schleife schneller finden als ein Top-Programmierer, der 1000 Zeilen durchforsten muss.


Die Biographie des polnischen Sehers Stefan Ossowiecki belegt, daß er sowohl im privaten Umfeld als auch in Angelegenheiten Anderer hellsichtig war.

Im Mai 1939 machte er jedoch die Aussage, daß in diesem Jahr kein Krieg beginnen wird.
Vier Monate später hat sich dies als Irrtum herausgestellt.
(Ian Stevenson; Zofia Weaver; Mary Rose Barrington: "A World In A Grain Of Sand: The Clairvoyance Of Stefan Ossowiecki"
http://avaxhome.ws/ebooks/science_books/psychology_behavior/0786421126r.html )

Es irren auch die Besten - gute Erfolgskontrolle hilft, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben...

Gruß,
Ulrich

Grüsse!
OT


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