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Nicht stichhaltig (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Donnerstag, 14.09.2023, 07:30 (vor 248 Tagen) @ Traeumer (2082 Aufrufe)

Hallo!

„Wie ich bereits gesagt habe, ist jeder Mensch per Definition und von Rechts wegen eine Zeitlinie. Wenn diese Person/dieses Bewusstsein (Hellseher) also in die Zukunft blickt (mit verschiedenen "esoterischen" oder technologischen Methoden), sieht sie nur ihre eigene Zeitlinie und nicht die der anderen. Er sieht das, was nach seinem Wissens- und Wahrnehmungsrahmen, seiner Ausbildung und seinen Lebenserfahrungen geschehen wird oder geschehen würde, aber es ist nur seine Erfahrung und seine Wahrnehmung, nicht die eines anderen. Das ist der Grund, warum so viele Hellseherinnen und Hellseher bei Daten und Vorhersagen falsch liegen.“

Daß "so viele Hellseherinnen:innen und Hellseheretten" bei (personenbezogenen) Daten und Vorhersagen falsch lägen, ist eine bloße, aus der Luft gegriffene Behauptung. Auf welche Datenbasis gründet der Verfasser diese?
Wenn ich es richtig verstehe (eigentlich ist es nicht zu verstehen, weil die weltanschaulichen Grundlagen im Text nicht hinreichend klar erläutert werden) bzw. fortdenke, geht der Autor davon aus, daß jeder Mensch in seiner eigenen Zeitlinie lebt (?) ("eine Zeitlinie ist"), in der auch die anderen Menschen Ausprägungen seines Bewußtseins sind. Wenn Frau Hoffmann mir also die Zukunft voraussagte, sähe sie nur die Variante von mir, die ein Element ihres Bewußtseins wäre. Sie sähe die Fortentwicklung sämtlicher Menschen auf "ihrer" (der hoffman'schen) Zeitlinie.
Eigentlich ist das Solipsismus, ein nihilistischer Zirkelschluß und allein schon deswegen abzulehnen.
Dies fortgedacht würde außerdem bedeuten, daß im Umkehrschluß die sich mir gegenüber äußernde Frau Hoffmann auch nur eine Ausprägung meines Bewußtseins wäre. Warum sollte mir aber mein Bewußtsein nicht korrekt meine (seine eigene) Zukunft voraussagen können? ;-) An dieser Stelle fällt dieses Behauptungsgebilde in sich zusammen.

Die Schöpfung ist allerdings kein nihilistischer Witz, der selbstbespiegelnd auf das Erleben eines menschen Bewußtseins bezogen ist. Es gibt nicht verschiedene Zeitlinien, sondern nur eine von uns allen geteilte. Warum sollte es also nicht möglich sein, diese Zeitlinie (zumindest im persönlichen Bereich) auszugsweise vorauszusehen?

Nachtrag: Liest man im Link weiter oben, kommt man zu dieser Stelle:

"Wenn meine Aufmerksamkeit auf meinem gegenwärtigen 'Ich' liegt, wer oder was kümmert sich dann um meine anderen 'Ichs' in anderen Zeitlinien?

Swaruu X (Athena): Du selbst, also dein kollektives multidimensionales Unbewusstes, wie ich oben sagte. Aus einer Perspektive sind die anderen Roberts zu Recht andere Menschen, aus einer anderen, erweiterten Perspektive bist du einfach wieder du selbst."

Die Ichs auf anderen Zeitlinnen wären dann letztendlich doch wieder ich selbst. Frau Hoffmann hätte dann also nicht ihre eigene Zeitlinie gesehen, sondern mein von meinem "kollektiven multidimensionalen Unbewußten" verwaltetes Ich auf ihrer Zeitlinie, also doch wieder mich selbst. Dann kann sie aber auch meine richtige Zukunft gesehen haben.

Die Behauptungen auf der Seite wirken verworren und unlogisch, sind außerdem hinsichtlich der Quelle (wie das meiste esoterische aus dem amerikanischen Raum) äußerst fragwürdig. Multidimensionale Wesenheiten, die sich über das Internet äußern, damit ihre Botschaft nicht manipuliert werden kann? Wirklich? :lol:

Übrigens habe ich die hoffman'schen Aussagen in der Zwischenzeit von einer anderen Quelle "gegenprüfen" lassen, die im wesentlichen deckende Aussagen machte, etwa zur Immobilie. Es bleibt abzuwarten.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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