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Ulrich ⌂, München-Pasing, Freitag, 01.03.2024, 02:00 (vor 43 Tagen) @ detlef (635 Aufrufe)

Hallo Detlef,

wenn du und ich, jeder fuer sich den mond ein paar jahre beobachten und das aufschreiben, sollte jeder von uns nach jahren in der lage sein, zukuenftige und vergangene mondbewegungen zu berechnen.
und, bei fehlerfreiheit, sollten unsere resultate identisch sein.

ich wette 100 : 1 dagegen und behaupte, dass - was uns betrifft - wir zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Beim Mond, in geringerem Maße auch beim Merkur, spielt die Parallaxe den Aufzeichnungen einen Streich, weil je nach Entfernung der beiden Beobachter voneinander, der Differenz-Winkel der beiden Beobachter beim Mond, in Zeit umgerechnet, so um die 2 Stunden betragen kann. Je näher am Horizont, um so mehr.
Für ein Völkchen wie die Maya und drumrum war das natürlich eine viel geringere Abweichung der Aufzeichnungen.

und, denke ich, dass dies sinngemaess fuer alle himmelskoerper gelten muesste.
demnach muessten alle astronomie basierten, fehlerfreien kalender identisch sein. oder?

nein, das fängt schon damit an, ob sie sich auf den tropischen oder den siderischen Tierkreis als Ebene bezogen. Geht dann weiter, ob sie die Umläufe einzelner Planeten als Basis für ihre Zyklen verwendeten oder jeweils den zeitabschnitt von einer Konjunktion zweier beliebiger Planeten bis zur nächsten. Derzeit nimmt man an, dass sie es noch anders machten und das kleinste gemeinsame Vielfache der synodischen Umläufe verwendet haben:

"Exakte Übereinstimmung mit 5 Planeten
Tatsächlich wurde eine Übereinstimmung gefunden, allerdings keine, die sich auf einen spezifischen Planeten bezog, sondern eine, die gleich mehrere Planeten inkludierte. Die synodische Periode des Merkur beträgt 117 Tage, was genau einem Siebentel von 819 Tagen entspricht. Die Periode der Venus beträgt 5 Jahre zu 819 Tagen, um sieben Perioden zu vollenden. Mars benötigt 20 Jahre des 819-Tage-Kalenders für eine Periode, Jupiter benötigt 19 Jahre für 39 Perioden, Saturn 6 Jahre für 13 Perioden.
Der 819-Tage-Kalender ist also genau auf die sichtbaren Bewegungen der 5 erdnächsten Planeten abgestimmt."

https://futurezone.at/science/raetsel-maya-kalender-819-tage-tulane-university-louisiana-planeten-konstellation/402423029

Habs weder nachgerechnet, wie genau das ist aber wenn da so ein kurzsichtiger Maya den Saturn unter den Tisch fallen ließ, dann kommt er zu einem anderen kgV, aber auch das hab ich nicht nachgerechnet.

nach welchen gesichtspunkten wird dann ausgewaehlt, welcher dieser "nullpunkte" zum startpunkt gekuert wird?
es muss da noch weitere kriterien geben.

oben genannte zwei Bezugsebenen, in Verbindung mit Zyklen eines beliebigen Planetenpaares, aber auch die vermutete Kombination von synodischen Umläufen, evtl. bezogen auf irgendeinen Referenzpunkt, oder auch nicht, evtl. auch in Bezug zu einem Fixstern, möglicherweise auch zum Tag im Jahr des erstmaligen heliakischen Aufgangs eines Fixsterns, wie Sirius bei den Ägyptern ( https://www.spektrum.de/alias/wunder-des-weltalls/heliakischer-aufgang-des-sirius/1765999 ), setzt der Phantasie keine Grenzen.

In Bezug auf die nur scheinbar unregelmäßige Verteilung der Primzahlen im Zahlenraum gibt es ebenfalls Strukturen, bezogen auf die Zahl 6, aber auch auf die Zahl 210, die auf den ersten und zweiten Blick nicht sichtbar sind, auf den dritten Blick aber schon, falls der Betrachter sich - sinnbildlich - auf den Kopf stellt und die Perspektive ändert, d.h. die fortlaufenden Zahlen in Kreisen oder in Blöcken bestimmter Länge anordnet und die Spalten, beim Kreis die Strahlen, untersucht.

Auch im Kreis, also der beobachtbaren Bahn eines jeden Himmelskörpers, gibt es Strukturen, die sich nicht auf den ersten Blick erschließen. Systematisch mit statistischen Methoden (t-Test, ANOVA, Regressions-Analyse usw.) wurden sie von David Cochrane, einem Entwickler von Astrologie-Software untersucht und auf einem YouTube-Kanal präsentiert: "Cosmic Cybernetics and Cosmobiology" https://www.youtube.com/channel/UCD0hTApPdhw4ImbIGxzyO7g

Astrologisch interpretierbar sind sie bereits durch die Pionierarbeit von John Addey: "Harmonics in Astrology: An Introductory Textbook to the New Understanding of an Old Science"
https://www.amazon.de/Harmonics-Astrology-Introductory-Textbook-Understanding/dp/1904258026

Manche psychotropen Substanzen, z.B. Peyote (Anhalonium lewinii), oder Ayahuasca, machen solche Strukturen "sichtbar".

mir fallen dafuer nur zwei moeglichkeiten ein.
entweder willkuerliche bestimmung (wie bei der christlichen zeitrechnung)
oder es gibt/gab grund, anzunehmen, dass in periodischen(?) abfolgen zu diesen nullpunkten irgendwelche weltbewegende katastrophen >passieren, und hat eine solche zum startpunkt gemacht.
das wuerde auch besser zu den behaupteten vorherigen zeitaltern passen.

nein eben nicht, weil laut Maya-Mythologie ja nur der zweite von drei Untergängen in Bezug zu einer Naturkatastrophe gesetzt wurde, der Beginn des Kalenders sich aber auf den Untergang der dritten welt, bzw. den Beginn der vierten Welt. Das mag man zwar katastrophal nennen als Betroffener, aber von Naturkatastrophen wird nichts berichtet, meines Wissens.

Die Zählweise ist, ähm eigenwillig, kann man leichter mit Rum mit Tee statt Tee mit Rum verinnerlichen:
"Als gesichert gilt, dass der Beginn der gegenwärtigen Maya-Schöpfung auf das Datum 13.0.0.0.0 4 Ahau 8 Cumku fällt (11. oder 13. August 3114 v. Chr.). Damit ist 13 Baktun 0 Katun 0 Tun 0 Uinal 0 Kin 4 Ahau 8 Cumku der Anfangspunkt des Maya-Kalenders. Die Zeitangabe 0.0.0.0.0 verwendeten die Maya nicht, das erste Baktun wurde 13 statt 0 genannt, nach Vollendung des Zyklus 13 Baktun sprang die Zählung aber auf 1 Baktun, somit korreliert die Lange Zählung 1.0.0.0.0 mit dem 10. oder 12. November 2720 v. Chr. Rein rechnerisch betrachtet steht die Angabe 13.0.0.0.0 für den Anfangspunkt des Kalendersystems allerdings tatsächlich für 0.0.0.0.0. Es mag zunächst unlogisch erscheinen, dass die Maya ihren Kalenderanfang nicht 0.0.0.0.0 schrieben, sondern 13.0.0.0.0. Dies lässt sich jedoch mit der religiösen Bedeutung der Zahl 13 erklären."
https://de.wikipedia.org/wiki/Lange_Z%C3%A4hlung

In einem kalendarischen System, das nicht auf fortlaufender Teilung beruht, in dem sich die gemeinsamen Nullpunkte der Zyklen also immer wieder decken, sondern, wie offensichlich beim Maya-Kalender, deren Nullpunkte erst nach einem jeweiligen - verschiedenen - Vielfachen sich erstmalig wieder decken, kann man sich, aus "Vogelperspektive" (Quetzalcoatl :rotfl:) leichter orientieren, wo man sich gerade in Bezug auf den längsten der verwendeten Zyklen befindet, es erinnert mich an die Dewey-Dezimalklassifikation (DDC), die bei der erschließung von Bibliotheken verwendet wird, die damit verglichen aber blass aussieht.
Die bei der Erstellung des Maya-kalenders verwendeten Zahlen, insbesondere 144.000 legen es für mich nahe, dass sie über einen Einblick in Strukturen der Zeit verfügten, der verlorengegangen ist.

Für mich legt das nahe, das das Kalendersystem weniger an der zeitlichen Verortung der aktuellen Zeit hinsichtlich "kurzer" Zeitabschnitte (Monat, jahr), sondern längerer Zeitabschnitte orientiert war, warum auch immer.

Bitte entschuldige, dass meine letzten Beiträge schroff waren: Bin derzeit im Krisenmodus, da ein "kleines Pferdchen" samt Fohlen entlaufen ist. Der Verlust wiegt schwer.

Gruß,
Ulrich


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