die wirklich wichtige frage (Freie Themen)

detlef, Sonntag, 03.03.2024, 13:48 (vor 40 Tagen) @ gecko (566 Aufrufe)

moin,
.

beinahe haette ich "Gretchenfrage" geschrieben. aber der nette ausdruck ist ja auch vom klima verbrannt worden.

diese Vorstellung mit dem Kosmos in Unordnung geraten usw. kommt mir einerseits als durchaus aktuell (die Klimakleber-Bewegung ist sowas), andererseits als bewährte Herrschaftstechnik vor (neueres Beispiel: https://norberthaering.de/macht-kontrolle/heinz-bude-ausnahmezustand/). Die ganzen Leute zu einem bestimmtem Verhalten bringen, indem man ihnen Angst macht. (Kriegsbegeisterung anzetteln funktioniert ähnlich).
Also etwas recht universell Angewandtes.

auf die idee, die mayas mit dem heutigen Rinder Kinderwahnsinn zu vergleichen waer ich nicht gekommen.

Bei den Azteken ging es ja wohl darum, daß die nicht nur Unordnung des Kosmos befürchteten, sondern sogar, daß die Sonne am nächsten Tag nicht aufgehe, wenn man ihr nicht jeden Tag 100 Menschenherzen opfere (so daß zumindest die aztekischen Obersten einmal die Woche etwas Menschenfleisch abbekommen haben). Also noch eine viel stärker ausgeprägte Katastrophenangst.

abschweifend faellt mir dazu ein, dass dies eine sehr wirksame methode gegen ueberbevoelkerung und migration gewesen sein muss.
aber, wichtiger: kam diese angst durch den kalender, oder kam der kalender durch diese angst?

im zweiten fall koennten wir uns gemuetlich zuruecklehnen und auf den kalender der paranoiden precolumbianer pfeiffen.
sollten die aber durch astronomie/astrologie furchterregende, zyklische daten festgestellt haben, dann waer das auch fuer uns interessant.


Es scheint in vielen Gesellschaften ein hin und her zwischen Zeiten, in denen wenig Angst herrscht, Zeiten, in denen die Angst eher individualisiert ist (mach dies nicht, sonst kommst Du in die Hölle), und Zeiten, in denen die ganze Gesellschaft Angst hat, zu geben.

ach, was hab ich fuern glueck gehabt! meine eltern haben mir nie mit der hoelle gedroht - immer nur damit, barfuss ins bett zu muessen.

Was genau für eine Unordnung die Maya befürchteten, weiß ich leider nicht, interessieren würde es mich auch.

und, ob sie nur eine, oder verschiedene fuerchteten.

die fuer mich intellektuel wirklich wichtige frage ist die, ob weltkatastrophen (Weltenwenden) vorhersagbar sind, oder nicht.
(materialistisch gesehen, kanns mir mit ueber 70 jahren vollkommen egal sein, an was ich sterbe. - Gevatter Hein hat mich sowieso schon vorgemerkt)
und die Mayas wollen mir als viel versprechende spur vorkommen.

gruss,d


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