@Detlef (Freie Themen)

Ulrich ⌂, München-Pasing, Montag, 04.03.2024, 01:50 (vor 40 Tagen) @ detlef (570 Aufrufe)

Hallo Detlef,

auf wessen divinatorische zwecke beziehst du dich hier? der mayas, oder der (pre-)christen?

auf die der Maya. Einzelheiten erfährst du dereinst, sobald du das Buch "Re-Creating Primordial Time" gelesen haben wirst (Futur II).

die vermutung teile ich nicht. wenn jedesmal, wenn die venus dem mars in den celestialen hintern tritt, hier irgendein vulkan hochgeht, sollte es doch verlockend sein, bei jedem zu erwartenden zukuenftigen tritt der venus einen vulkanausbruch zu erwarten.

und

wenn ich also einen ende/anfang auf ein einziges auffaelliges ereignis setze, dann muss ich nach einem vollen zyklus die selben konstellationen haben, erwarte also, dass die goetter gefaelligst wieder ne katastrophe liefern.
wenns nicht klappt, dann muss neu berechnet werden.

das zeigt, dass du eine grottenfalsche Vorstellung über die Anwendung von Zyklen in der Astrologie hast. Takt und Rhythmus in der Musik sind nicht synonym.
Der britisch-amerikanische Astrologe Ken Gillman hat eine Technik (wieder-)entdeckt, die mit nur zwei läppischen ganzzahligen Rhythmen (7 und 10) und nur einer Bezugsebene (dem Horizont) und nur einer Kreisteilung (1:12) auskommt, um für die Zeitspanne eines Menschenlebens die wesentliche Zeitqualität/Ereignisse/Wendungen/Stationen von Jahr zu Jahr zu charakterisieren.
Die Maya hatten ein Vielfaches an Rhythmen, ein Mehrfaches an Bezugsebenen und Vielfaches an Kreisteilungen verwendet/kombiniert.

Du kannst dich in Gillmans Buch an den astrologisch ausgearbeiteten Kurzbiographien bekannter Personen, auch des österreichischen Vegetariers und Nichtrauchers, wie hieß der doch gleich, davon überzeugen, dass Krisen und Katastrophen nicht an den Anfängen und/oder dem Ende der zyklischen Abschnitte, sondern zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten in deren Ablauf stattfanden.
Aber eben nach festen Regeln der Kombination, deren Signifikanz er auch mit statistischen Methoden nachgewiesen hat (er war Mitglied der "Royal Statistical Society").

Die gedruckte Ausgabe gibt es hier: "One after Another. Rectification & Prediction using Planetary Sequence"
https://www.amazon.de/One-After-Another-Kennet-Gillman/dp/055743517X

Die - gemeinfreie - digitale Ausgabe habe ich hier abgelegt:
https://www.dropbox.com/scl/fi/clazk47tgtv5t05ougam5/One-After-Another-Gillman-Kennet.pdf

Wenn man beides verwechselt, den astronomischen Kalender als Rahmen für die zeitliche Zuordnung von Prognosen einerseits, mit den astronomischen Methoden/Techniken/Elementen der >>eigentlichen Prognosen andererseits, weil beides auf astronomischen Daten beruht, kann das m.E. nur in die Irre führen.

koennte das ein kulturelles vorurteil sein?

nein, ich halte es für von der jeweiligen Kultur unabhängig, und für zeitlos gültig, dass man eine Sache nur dann grundlegend versteht, wenn man sich mit deren Grundlagen auseinandergesetzt hat. Wäre es anders, könnte ich mich ab morgen als Kunst- oder Musik-Kritiker verdingen. Oder mich in die Reihen der Genies einreihen, die Einsteins Relativitätstheorie "widerlegen".

Gruß,
Ulrich


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