@IRAN, @Rainer (Schauungen & Prophezeiungen)

Ulrich ⌂, München-Pasing, Dienstag, 07.05.2024, 17:25 (vor 43 Tagen) @ IRAN (731 Aufrufe)
bearbeitet von Ulrich, Dienstag, 07.05.2024, 17:31

Hallo IRAN,

Im ersten Brief schrieb Rill das Wort "wieder" 6x richtig und nie falsch, eine Woche später soll er es 3x falsch und nie richtig geschrieben haben?
Das ist "wider"sinnig...
Das konnte mir seit mehr als vier Jahren bislang niemand beantworten.

ich würde meinen, dass man Deine (durchaus berechtigte) Frage deshalb nicht schlüssig beantworten kann...

schlüssig schon, aber nicht zwingend. z.B.:
- der Nachschub mit "E"s an die Truppen hat versagt, die Lieferkette brach nach einer Woche zusammen.
- ein identischer Schreiber schrieb mit seiner Schreibgewohnheit zur Abfassung des jeweiligen Briefes. Naheliegende Folgerung: Zu VERSCHIEDENEN Zeiten.
- ein unterschiedlicher Autor hat den Inhalt des zweiten Briefes verfasst und in der Nachahmung Rills Legasthenie versagt, weil er mit seiner eigenen beschäftigt war.

Eine dieser Vorschläge ist unglaubwürdig, stimmt.

Im täglichen bayerischen Mundartgebrauch ist das 'wider' (als 'entgegen') wahrscheinlich selten

ach was? Im "Mundartgebrauch" existiert es nicht einmal, weil gesprochen, nicht geschrieben. Deine Behaptung ist somit doppelt falsch. Bitte nicht verwechseln mit dem bayrischen "falschen Fehler".

Und wäre der 'Fälscher' des zweiten Briefes gar nicht Rill selbst gewesen (das wäre dann zugleich ein Handschriftenfälscher?),...

warum denn "Handschriftenfälscher"? Wie wird das sonst wo (Polizei, Rechtsanwaltskanzlei usw.) gehandhabt?
a) "nun erzählen Sie mal aus dem Gedächtnis"
b) Niederschrift, inhaltlich, nicht wörtlich
c) "Lesen Sie mal durch. Stimmt das so?"
d) wenn vermeintlich gelungen, dann absegnen

dann erhebt sich die weitere Frage, warum der die anderen Schreibfehler von Rill so getreulich nachgemacht hat, das aber bei "wi(e)der" unterlassen hat. Ging ihm der Kaffee aus oder wurde er nicht angemessen bezahlt?

Ironie trägt nicht zur Klärung bei. Einer erzählt, der andere schreibt, da ist viel Raum für den Schmetterlingseffekt.
Beispiel:
"Komm, wir essen, Opa."
"Komm, wir essen Opa."
Satzzeichen retten Leben!

Es ist m.E. das Umfeld zu beachten, in dem das stattgefunden hat: Der erste Brief ist bereits Pater Dingsda bekannt geworden und diente in seinem klösterlichen Umfeld der Stärkung der Zuversicht, in den letzten Kriegsjahren über die Zeiten zu kommen, wie er im Rückblick in "Der fünfarmige Leuchter" beschrieb.

Dort geht er bezeichnenderweise ausführlich auf den ersten Brief ein, erwähnt aber den zweiten nur am Rande, geht MIT KEINEM WORT auf dessen Inhalt ein.

In jedem "Kultur"kreis, in dem man an die Existenz einer "Heiligen Schrift" glaubt, deren sich dann die schmarotzenden Exegeten bemächtigen, ist es seit mindestens der Konstantinischen Schenkung üblich, der "Verbreitung der Wahrheit" durch das geschriebene Wort nachzuhelfen. Umso mehr, wenn das Propheten betrifft, denn, wie eine sogenannte "Heilige Schrift" zu wissen behauptet: "Ein Prophet gilt nichts in seiner Heimatstadt."

Wie leichtgläubig Pater Dingsda war, kann jeder in "Wahre Wunder" seines ebenso eitlen wie unbegabten Biographen nachlesen. Für Hans Bender gilt in beiden Punkten ähnliches, angesichts seines (vorübergehend) falschen Doppel-Doktortitel, und dessen, was Herbert Schäfer in "Poltergeister und Professoren - Über den Zustand der Parapsychologie" zusammengetragen hat.
https://www.amazon.de/Poltergeister-Professoren-%C3%9Cber-Zustand-Parapsychologie/dp/3925730184

Falls in dieser Gemengelage unterschiedlichster Instrumentalisierungsabsichten (Kaffeekränzchen-Frömmler, Monarchisten, Russophobe), angesichts der dräuenden Gefahr russischer Panzer am Horizont "Faksimile"-Brief(e) gefrtigt wurde, um - inhaltlich - ernstgenommen zu werden, was solls: Das war m.E. auf die irrige (!) "Naherwartung" einer Bonsai-Birkenbaum-Schlacht bezogen. Keiner der damals Beteiligten wird geahnt haben, dass sich das mehr als 100 Jahre durch die Zeiten schleppt.

Wenn es eine verschwörerische Fälschergruppe gegeben hat (Arzt Arnold und den Priester Renner und fünf weitere böse Volksangstmanipulierer unter dem unheiligen Stuhl 13)

man muss nicht übertreiben, um einen solchen Erklärungsversuch ("verschwörerische Fälschergruppe") als absurd zu erkennen. Habe sowas auch niemals und nirgendwo angedeutet.

Das kommt mir etwas weit hergeholt vor.

ja, aber nicht von mir! Was soll das?

Was die inhaltliche Seite angeht, so ist der einzige Punkt, der mich noch interessiert, nämlich die Dreizahl der Kriege, keineswegs so eindeutig, wie Du das schreibst.

Lass diese Verdrehungen bitte sein! Ich schrieb kein Wort von "eindeutig", sondern, EINZIG ("der Begriff eines zweiten und dritten "Weltgeschehens" wird ausschließlich im zweiten Brief verwendet") in Bezug auf den ERSTEN Brief:
"... und würde man ihn ohne den voreingenommenen Filter des historischen Rückblicks lesen, der den Briefinhalt mit dem tatsächlich Geschehenen abgleicht, dann wird da nicht über drei, sondern über zwei Kriege berichtet, ..."

Kann ja aber sein, dass das eine besondere Raffinesse des Fälschers sein sollte - ganz wie bei dem "wi(e)der" ...

wo bitte legte ich nahe, es handele sich um eine "besondere Raffinesse des Fälschers" ???

Ich schrieb - inhaltlich wiederholt - vielmehr:

"Fairerweise sollte man zwischen Fälschung im Sinne einer "Fertigung eines (zweiten) Feldpostbriefes aus dem Gedächtnis" und Fälschung im Sinne von "absichtlicher Täuschung durch ERFUNDENE Geschichten und Fertigung eines (zweiten) Feldpostbriefes, um diese glaubwürdiger erscheinen zu lassen" unterscheiden."
https://weltenwende.forum/index.php?id=59848

Diese Verdrehungen verderben mir den Spaß am Schreiben, ist das von Dir beabsichtigt?

@ Rainer

Die "Recht"schreibung und das Schriftbild (Kurrent mit Zumischung lateinischer Buchstaben) im ersten und zweiten FPB sind nach meiner Wahrnehmumg durchaus konsistent, auch das Wort "wider" anstelle von "wieder" in beiden Briefen betreffend.

wie ist das von Dir gemeint, "konsistent", in Bezug auf die unterschiedliche Schreibweise von "wider" und "wieder"?
Setzt Du (m.E. missverstanden und missverständlich) "konsistent" mit "konsequent" gleich und folgerst aus dem Sachverhalt, dass im ersten Brief das Wort "wieder" "konsistent" richtig geschrieben wurde, während es im zweiten Brieg "konsistent" falsch geschrieben wurde... ja was eigentlich?

Gruß
Ulrich


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